SAP baut Business ByDesign zur Plattform aus

3. Januar 2011, 14:32
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Die SaaS-Version von SAP wird zur Entwicklunsplattform ausgebaut und wird durch zusätzliche Lösungen - auch solche von Drittanbietern - ergänzt.

Die SaaS-Version von SAP wird zur Entwicklunsplattform ausgebaut und wird durch zusätzliche Lösungen - auch solche von Drittanbietern - ergänzt.
Die strategische Ausrichtung des deutschen ERP-Herstellers SAP steht seit einiger Zeit: On-Demand, Mobility, Business Intelligence und Netweaver als Technologie-Plattform. Insbesondere der Bereich On-Demand wird nicht nur durch SAP Business byDesign (SAP ByD) forciert, sondern auch durch die On-Demand Ergänzungen für SAP ERP in 2011 ausgebaut. "On-Demand ist für uns eine strategische Angelegenheit und wir müssen damit erfolgreich sein, es ist kein Hobby", sagt Peter Lorenz, Executive Vice President am SAP "Influencer Summit", der am 8. und 9. Dezember in Santa Clara, Kalifornien, über die Bühne ging.
Die erste ergänzende On-Demand-Lösung, die auf ByD als Plattform aufbaut ist "Sales on-Demand". Eigentlich für Ende November avisiert, wird es wohl Februar 2011, bis SAP mit diesem Produkt in den (Welt-)Markt geht. SAP Vorstandschef Jim Hageman Snabe ist eindeutig in seinem Qualitätsbekenntnis: "Qualität geht vor Geschwindigkeit, auch bei On-Demand-Produkten".
Auf dem Analysten-Kongress hat sich Snabe einige interessante Zwischentöne erlaubt. Die neue SAP stelle den Kunden wieder in den Fokus, es werde stärker mit den Kunden zusammen entwickelt und gearbeitet und die Betriebskosten seien durchaus im Fokus der Entwicklung. Daraus kann man folgern, dass sich unter seinem Vorgänger, dem heutigen HP-Chef Léo Apotheker, SAP zu sehr von den Kunden entfernt hat und die Entwicklung am Kunden vorbei erfolgt ist. Wenn man sich an die Aufregung und die Vorgehensweise anlässlich der Erhöhung der Preise für die Software-Wartung erinnert, eine treffende Diagnose.
Abkehr vom "Powerpoint-Engineering"?
Dazu passt die Aussage von Vishal Sikka, im Vorstand für die Entwicklung zuständig: "Wir sprechen nur noch über Dinge, die wir auch liefern können." Fast schon eine Revolution, denkt man doch an das weit verbreitende Powerpoint-Engineering, das sich die Branche durchaus zu eigen macht.
Allerdings fehlte der SAP-Veranstaltung in Kalifornien das Visionäre und Mitreissende. Dem von Snabe ausgegebenen Motto "Innovation statt Konsolidierung" konnte der grosse Wurf leider nicht folgen. Es wurde sehr ordentlich dargestellt, welche Ankündigungen der letzten Monate erfolgreich umgesetzt worden sind – Release 2.5 von ByD beispielsweise – und auch auf HANA (High-Performance Analytic Appliance), welches den direkten Zugriff auf Daten im Arbeitsspeicher (In-Memory-Computing) erlaubt, wurde ausführlich hingewiesen, aber die wahrscheinlich interessanteste Neuigkeit wurde nur sehr zurückhaltend kommuniziert: ByD wird zur Plattform ausgebaut und soll nicht nur SAP sondern auch Partnern als Entwicklungsplattform dienen.
Die Entscheidung dafür ist im Dezember 2009 gefallen und hat zu sehr heftigen Diskussionen innerhalb von SAP geführt, welche Plattform denn die richtige sei. Der Hauptgrund war der Punkt "Leverage" (die Entwicklung der Online-Version von SAP ERP soll mehrfach ausgenutzt werden), den John Wookey, Executive Vice President bei SAP, anführt. Daneben haben noch die Benutzeroberfläche, aber auch Punkte wie Single Sign on eine Rolle gespielt.
SDK für Business byDesign
Mit dem im Januar erhältlichen SDK (Software Development Kit) für ByD wird das Konzept an Fahrt gewinnen. Entwickelt wird auf Basis von Microsoft's Visual Studio und anschliessend in ABAP kompiliert. Mit der für Sommer 2011 angekündigten Version 3.0 wird auch eine zweite Version des SDK verfügbar sein.
Ab Januar soll ByD auch verstärkt in Niederlassungen von SAP ERP-Kunden eingesetzt werden. Dazu passt die Partnerschaft mit Accenture, die ein 'ByD Center of Excellence' einrichten wollen, um weltweit ihre SAP-Kunden bedienen zu können.
Auch in die Partnerrekrutierung ist seit Sommer Bewegung gekommen. Aktuell sind rund 50 Partner weltweit im Einsatz. Diese Zahl wird sich im kommenden Jahr aber durchaus noch verdoppeln. Denkbar ist laut SAP durchaus die Trennung in reine Sales-Partner und reine Implementierungspartner - das wird aber wohl erst 2012 der Fall sein. Bernd-Uwe Pagel, Senior Vice President SAP, schliesst sogar einen Betrieb der Lösung durch Partner nicht aus, allerdings wird dies nicht vor dem Jahr 2012/13 realistisch sein. (Frank Naujoks)
~~Der Autor
Der ehemalige Journalist Frank Naujoks ist als Director Research and Market Intelligence beim Zürcher ERP-Beratungshaus i2s (intelligent systems solutions) tätig.~~

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