SAP-Betriebsrat in vier bis acht Wochen

31. März 2006, 08:57
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Eine Mehrheit der SAP-Angestellten will einen Betriebsrat. Die drei Initianten wurden allerdings weggewiesen.

Eine Mehrheit der SAP-Angestellten will einen Betriebsrat. Die drei Initianten wurden allerdings weggewiesen.
Beim deutschen Hauptsitz von SAP in Walldorf wird nun doch ein Betriebsrat gegründet. Gemäss deutschen Medien sagte ein SAP-Sprecher gestern nach einer Betriebsversammlung: "Wir haben einen Wahlvorstand." 3233 anwesende SAP-Angestellte sprachen sich für den aus Arbeitnehmern bestehenden Wahlvorstand aus, der die Abstimmung über den Betriebsrat organisieren soll. Anfang März waren 91 Prozent der deutschen SAP-Arbeitnehmenden noch gegen einen Wahlvorstand und damit gegen den Betriebsrat. Lediglich 509 Angestellte stimmten dafür.
Neun Mitarbeitende wurden nun in den Wahlvorstand gewählt. Die Betriebsratswahl soll innerhalb der nächsten vier bis acht Wochen vorbereitet werden. Es wurden vier Mitglieder in den Wahlvorstand gewählt, die auch als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) von SAP fungieren. Der SAP-Aufsichtsrat besteht aus 16 Mitglieder, acht Arbeitnehmervertreter und acht Arbeitgebervertreter. Nur vier Arbeitnehmervertreter sind wahlberechtigt. Die restlichen fünf Mitglieder des Wahlvorstands sind "Mitarbeiter aus der Mitte des Unternehmens - keine IG Metall Mitglieder", sagt SAP-Sprecher Frank Hartmann gegenüber inside-it.ch.
Initianten ausgeschlossen
Ausgeschlossen wurden, den Berichten zufolge, ausgerechnet die drei Angestellten, die sich Anfang März für die Wahl eines Wahlvorstands eingesetzt hatten. Dies scheint das Produkt einer Kompromisslösung zwischen SAP und den Angestellten zu sein. Die drei Beschäftigten, die Mitglieder der Gewerkschaft IG Metall sind, hatten nach der Niederlage Anfang März beim Mannheimer Arbeitsgericht geklagt, um die Wahl eines Betriebsrats durchzusetzen.
Die SAP-Führung wollte offensichtlich eine sichere Niederlage verhindern und lenkte somit ein. Auch wären dadurch wohl die drei Beschäftigten in den Wahlvorstand gewählt worden, was SAP als Eingriff der Gewerkschaft IG Metall in das Unternehmen bewertet hatte. Die IG Metall gab sich demnach nicht vollends zufrieden mit der Wahl: "Die bisherige Arbeitnehmervertretung hat ihre Rolle nicht so ernst genommen, wie ich es mir gewünscht hätte", sagte IG-Metall-Gewerkschaftssekretär Bernd Knauber gegenüber 'Reuters'. (mim)

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