SAP: "Bewusste Zurückhaltung" im Schweizer Servicegeschäft

26. Januar 2005, 17:39
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SAP macht einen Gewinnsprung und sucht Leute. In der Schweiz allerdings ging der Umsatz zurück.

SAP macht einen Gewinnsprung und sucht Leute. In der Schweiz allerdings ging der Umsatz zurück.
Der Gewinn des deutschen Software-Konzerns SAP ist im letzten Quartal 2004 verglichen mit dem Vergleichsquartal im Vorjahr um 29 Prozent auf 542 Milionen Euro gestiegen. Der Umsatz stieg in der gleichen Zeit um 8 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Den Gewinnsprung im vierten Quartal begründete SAP vor allem mit einer stark gestiegenen Nachfrage in den USA, wo die Softwareumsätze um 27% stiegen.
Für das gesamte Jahr 2004 rechnet SAP nun mit einem Gewinn von 2,4 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 7,5 Milliarden Euro, 22% respektive 7% mehr als 2003.
Neue Leute gesucht
Um sein Wachstum auch für die Zukunft zu sichern, will SAP gemäss Finanzchef Werner Brandt weltweit etwa 3000 neue Arbeitsplätze schaffen. Vielleicht ist das ja eine Anstellungschance für einige der 5000 bei Peoplesoft entlassenen Angestellten. Und da SAP nun auch Jagd auf Peoplesoft-Kunden macht, könnten einige vertraute Gesichter sicher auch nichts schaden...
Ob bei SAP Schweiz auch Einstellungen geplant sein könnten, konnten wir leider noch nicht in Erfahrung bringen. Die Zahlen des letzten Jahres sprechen allerdings nicht unbedingt dafür: Der Umsatz von SAP (Schweiz) sank von rund 453 Millionen Franken 2003 auf rund 440 Millionen Franken im letzten Jahr. Während der Softwareumsatz mit 313 Millionen Franken praktisch gleich hoch war, wie im Vorjahr, sank der Umsatz in den übrigen Geschäftsbereichen – also hauptsächlich im Dienstleistungsbereich – um 9 Prozent auf 127 Millionen Franken.
"Bewusste Zurückhaltung"
SAP (Schweiz) nannte als Grund dafür "eine bewusste Zurückhaltung im Servicegeschäft im Vorfeld der Übernahme des Beratungsunternehmens SAP System Integration (SAP SI)" – wohl um seine Partner nicht aufzuscheuchen. Die Schweizer SAP-Partner hatten nicht gerade begeistert reagiert, als die im Direktgeschäft als SAP-Integrator tätige SAP-Tochter SAP SI im Oktober 2003 die Regensdorfer SLI Consulting übernahm und SAP damit die eigenen Consulting- und Systemintegrationsaktivitäten weiter ausbaute.
In einem Interview mit "IT Reseller" vor rund einem Jahr hatte der Chef von SAP (Schweiz), René Thommen, versichert, dass SAP SI zwar ein sehr starker "Partner" sei, aber in der Schweiz" wie andere Partner auch" behandelt würde. Im Laufe des vierten Quartals wurden aber gemäss Mitteilung alle Mitarbeiter der SAP SI in die SAP (Schweiz) AG integriert, die jetzt 561 Mitarbeitende hat. Für SAP-Partner stellt sich nun eventuell die Frage, ob die bewusste Zurückhaltung im Vorfeld auch in der Zukunft aufrecht erhalten wird. (Hans Jörg Maron)

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