SAP eliminiert "Oracle-Sonderanreiz"

12. April 2005, 15:09
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Für einen SAP-Verkäufer soll es nun nicht mehr attraktiver sein, eine teurere Datenbank mitzuverkaufen – davon profitieren sollen die Kunden. Ausserdem bringt IBM eine für SAP optimierte Version seiner DB2.

Für einen SAP-Verkäufer soll es nun nicht mehr attraktiver sein, eine teurere Datenbank mitzuverkaufen – davon profitieren sollen die Kunden. Ausserdem bringt IBM eine für SAP optimierte Version seiner DB2.
Wie die "Financial Times Deutschland" gestern berichtete, hat SAP sein Vergütungssystem für den Vertrieb leicht abgeändert: Die Anreize für die eigenen Verkäufer sollen nun gleich sein, egal, wie teuer die mit einem SAP-Produkt mitgelieferte Datenbank ist.
Auch die Sprecherin von SAP Schweiz, Claudia Rollero, bestätigte gegenüber inside-it.ch diese Änderung: "Bis jetzt war die Kompensationspraxis so gestaltet, dass es für einen Verkäufer attraktiver war, wenn der Kunde sich für eine teurere Datenbank entschieden hat."
Eine ERP-Lösung von SAP basiert fast immer auf einer Datenbank. Auf diesem Gebiet ist Oracle bisher der wichtigste Technologiepartner von SAP – und genau Oracle dürfte von der bisherigen Kompensationspraxis für SAP-Verkäufer profitiert haben. Momentan benutzen gemäss Zahlen des Marktforschungsinstituts AMR Research etwas weniger als zwei Drittel der SAP-Kunden eine Oracle-Datenbank. 17 Prozent haben eine Microsoft-Datenbank, 12 Prozent eine von IBM und 4 Prozent MySQL.
Nicht gegen Oracle, sagt SAP
Auf dem ERP-Schlachtfeld selbst sind SAP und Oracle aber Konkurrenten und der Kampf hat sich in letzter Zeit aufgeheizt. Die "FTD" zieht denn auch den nahe liegenden Schluss, dass die SAP-Massnahme gegen Oracle gerichtet sei – schliesslich benutzt Oracle die Einnahmen aus dem Datenbankgeschäft auch, um SAP auf dem ERP-Gebiet einzuheizen.
SAP selbst aber widerspricht dieser Einschätzung. Gemäss Rollero war schon die frühere Praxis von SAP nicht so eingerichtet worden, um einen der Datenbankpartner zu bevorzugen. Man wolle auch weiterhin gegenüber den Datenbankpartnern neutral bleiben. "Nun haben wir einfach eine 'Fehlsteuerung' eliminiert. Diese Massnahme spricht nicht gegen Oracle sondern für niedrigere Gesamtkosten für den Kunden."
IBMs DB2 für SAP optimiert
Im gleichen Artikel berichtet die "FTD" ausserdem, dass SAP und IBM ihre Zusammenarbeit verstärkt hätten und dass IBM noch im laufenden Quartal eine DB2-Version herausbringen wolle, die für den betrieb mit SAP optimiert sei. Diese werde zum Beispiel eine SAP-Installation automatisch erkennen und sich darauf einstellen. Ausserdem sei die Wartung besser auf SAP-Produkte ausgerichtet worden. (Hans Jörg Maron)

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