SAP: Flucht in die Frühpensionierung

20. Oktober 2015 um 10:22
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SAP zeigt sehr gute Geschäftszahlen. Doch der laufende Stellenabbau kostet mehr als erwartet.

SAP zeigt sehr gute Geschäftszahlen. Doch der laufende Stellenabbau kostet mehr als erwartet. Angebote zur Frühpensionierung sind beliebter als erwartet.
Wie bereits berichtet, hat der deutsche ERP-Riese SAP ein gutes Quartal hinter sich. SAP konnte den Umatz im dritten Quartal um 17 Prozent auf 4,98 Milliarden Euro steigern. Zu beachten ist aber, dass der Walldorfer Konzern vom tiefen Euro-Kurs profitiert hat. Unter Aussparung von Sonderkosten hielt der Gewinn mit dem Umsatzwachstum mit. Das Betriebsergebnis (ohne Sonderkosten) stieg um 19 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro.
Allerdings drückten Sonderkosten auf den Gewinn. Der Reingewinn nach Steuern wuchs nämlich nur um zwei Prozent auf immer noch eindrückliche 895 Millionen Euro. Grund: Mehr Leute als erwartet, wechseln freiwillig die Stelle oder lassen sich frühpensionieren. SAP will bekanntlich Stellen "umschichten", das heisst Leute aus nicht wachsenden Bereichen los werden. SAP-Finanzchef Luka Mucic sagte heute Morgen, dass statt wie ursprünglich angenommen 2000 nun 3000 SAP-Mitarbeiter das Angebot für Frühpensionierung oder Abfindung annehmen. Dies wird den Konzern zwischen 585 und 615 Millionen Euro kosten.
Erst nächstes Jahr wird sich der Stellenabbau dann positiv auf der Kostenseite auswirken. Insgesamt baut SAP den Personalbestand übrigens weiterhin aus. Heute hat SAP total 75'643 Vollzeitstellen, vor einem Jahr waren es 68'835.
Mehr Cloud, mehr S/4HANA
Ansonsten präsentiert sich der Konzern in glänzender Verfassung. Der Ertrag aus Software-Abos und Support verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr. SAP machte im dritten Quartal 600 Millionen Euro Umsatz mit Cloud-Diensten und ist damit definitiv einer der grossen Player in diesem Geschäft. Auch der Verkauf der neuartigen superschnellen In-Memory-Datenbank HANA läuft gemäss SAP gut. Es gibt nun weltweit über 1300 Kunden, die SAPs neues System S/4HANA Konkrete Absatzzahlen mit S/4HANA nennt der deutsche Software-Riese allerdings nicht. (hc)

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