SAP gibt Doppelspitze auf

21. April 2020, 09:36
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Es brauche "schnelle Entscheidungen in der Coronakrise", begründet SAP den Rückzug von Jennifer Morgan.

Bei SAP übernimmt Christian Klein als alleiniger CEO. Er begründet den überraschenden Rückzug von Co-Chefin Jennifer Morgan mit der Notwendigkeit von schnellen Entscheidungen in der Coronavirus-Pandemie. "SAP benötigt eine klare Führung", sagte Klein am Morgen des 21. April zu Journalisten.
Wenige Stunden zuvor hatte Europas wertvollster Technologiekonzern bekanntgegeben, dass Morgan zum 30. April das Unternehmen verlässt. Es habe keine persönlichen Verwerfungen gegeben, versicherte der 39-Jährige. Morgan und Klein hatten erst im Herbst den langjährigen Vorstandschef Bill McDermott abgelöst.
Morgan kam 2004 zu SAP und wurde im Oktober 2019 zusammen mit Klein zur Co-CEO ernannt. Zuvor war sie President der Cloud Business Group und leitete unter anderem Successfactors, Ariba und SAP Concur. Ab 2017 gehörte Morgan dem SAP-Vorstand an. "Ich danke Jennifer für ihr Engagement an der Spitze von SAP, insbesondere dafür, was sie für das Unternehmen, unsere Mitarbeiter und Kunden getan hat", sagte Hasso Plattner, Vorsitzender des SAP-Aufsichtsrats.

"Solider" Jahresstart

Nachdem erste Zahlen bereits Anfang April publiziert wurden, gab SAP nun das detaillierte Ergebnis für das erste Quartal 2020 bekannt. Auch bei den Walldorfern macht sich die Krise bemerkbar.
Trotzdem gab sich Finanzchef Luka Mucic zuversichtlich. Das Cloud-Geschäft bleibe ein Wachstumstreiber. Im ersten Quartal legten die neuen Cloud-Buchungen währungsbereinigt um 24 Prozent zu. Sie sind ein Indikator für das künftige Geschäft.
Die Geschäftstätigkeiten in den ersten beiden Monaten seien solide gewesen, schreibt SAP. Da sich die Auswirkungen der Coronakrise aber zum Ende des ersten Quartals rasch verstärkt hätten, seien eine bedeutende Zahl von Neuabschlüssen verschoben worden. Dies zeige sich vor allem in einem erheblichen Rückgang der Softwarelizenzerlöse gegenüber dem Vorjahr.
Der Gesamtumsatz im ersten Quartal stieg währungsbereinigt um 5% auf 6,52 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis liegt mit 1,48 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Die Marge gab um 1,3 Prozentpunkte auf 22,6% nach. Die Cloud-Erlöse stiegen laut Mitteilung um ein Viertel auf etwas über 2 Milliarden Euro. Die Softwarelizenz- und -Supporterlöse gingen im Jahresvergleich um 4% zurück.
Aufgrund der aktuellen Lage passt SAP den Jahresausblick nach unten an. Das Unternehmen geht neu von einem Jahresumsatz von 27,8 bis 28,5 Milliarden Euro aus (zuvor 29,2 bis 29,7 Milliarden). SAP erwartet ein Betriebsergebnis in der Spanne zwischen 8,1 und 8,7 Milliarden Euro (zuvor 8,9 bis 9,3 Milliarden). 

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