SAP in der Schweiz: R/3 hält sich hartnäckig

5. November 2010, 16:50
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Migrationen sind die mit Abstand häufigsten SAP-Projekte.

Migrationen sind die mit Abstand häufigsten SAP-Projekte.
Laut der Studie "SAP Markt Schweiz 2010" des deutsche Marktforschungsunternehmens Raad Research hatten in diesem Frühling noch 39 Prozent der Schweizer SAP-Kunden eine Version von SAP R/3 im Einsatz. (24 Prozent den Release 4.7, 14 Prozent sogar 4.6.D/C oder älter). Der gleichzeitige Einsatz einer Version von SAP ERP ist eher selten, 35 Prozent sind "reine" R/3-Anwender. Der Anteil der Kunden mit SAP ERP hat sich laut Raad seit der letzten Ausgabe der Studie nur um drei Prozent auf 64 Prozent erhöht (9 Prozent 5.0, 55 Prozent 6.0). Die auf ERP 6.0 aufsetzende Business Suite ist bei 22 Prozent zu finden. 24 Prozent haben eines der neuen "Enhancement Packages" eingespielt, die überwiegende Mehrzahl davon das Paket 4, das Grundlage für die Business Suite 7 ist.
Raad hat für die jährlich durchgeführte Studie in diesem März und April etwas über 200 Schweizer SAP-Anwenderunternehmen befragt. Als Grund für den verglichen mit Frühling 2009 nur leicht gestiegenen ERP-Anteil gibt Raad die Wirtschaftskrise an, die einige Unternehmen dazu veranlasst hat, Migrationsprojekte zu verschieben.
Projekte
Der Druck, auf ERP zu wechseln wird aber, unter anderem aufgrund des näherrückenden Supportendes, Jahr für Jahr höher. Das Tempo der Upgrades dürfte sich daher schon im laufenden Jahr wieder erhöht haben. 21 Prozent der Studienteilnehmer gaben in diesem Frühling an, in den kommenden 12 Monaten SAP-Softwareprojekte zu planen. Weitaus am häufigsten sind dies Migrationen auf ERP (17 Prozent), gefolgt von Releasewechseln (6 Prozent). Ende 2010, schätzt Raad, wird der Anteil der ERP-User auf knapp drei Viertel gestiegen und der Anteil der R/3 User auf unter 30 Prozent gesunken sein.
Gleichzeitig betrachten laut Raad viele Kunden SAP ERP 6.0 als den "sicheren Hafen", den es zu erreichen gilt. In neue Funktionalitäten darüber hinaus wird relativ zurückhaltend investiert. Beispielsweise wollen von den Umfrageteilnehmern nur je 0,4 Prozent (sprich einer) neue Business-Suite oder NetWeaver-Komponenten einführen, und je 1 Prozent (sprich zwei) neue ERP-Komponenten oder Enhancement Packages.
Ein ähnliches Bild ergibt sich auch, wenn man den NetWeaver-Einsatz betrachtet. Zwar haben 68 Prozent der Schweizer SAP-Kunden NetWeaver im Einsatz, aber 32 Prozent nützen NetWeaver nur als Betriebsumgebung für SAP ERP. Ebenfalls 32 Prozent nützen NetWeaver-Komponenten sowohl produktiv als auch als Betriebsumgebung für SAP ERP, dazu kommen noch 4 Prozent, die noch R/3 einsetzen aber zusätzlich NetWeaver produktiv nützen. (Hans Jörg Maron)

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