SAP: "Indien wird langsam teuer"

30. Januar 2006, 14:27
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In Indien wird’s dem SAP-Chef Henning Kagermann schon zu teuer, nun sollen Entwicklungskapazitäten in China und Osteuropa stärker ausgebaut werden.

In Indien wird’s dem SAP-Chef Henning Kagermann schon zu teuer, nun sollen Entwicklungskapazitäten in China und Osteuropa stärker ausgebaut werden.
Indien ist das Land, das in den letzten Jahren und auch jetzt noch den Löwenanteil der IT-Offshoring-Aktivitäten von Unternehmen in Europa und den USA für sich einheimsen konnte. Das aber hat Folgen: Immer mehr Unternehmen, sowohl globale IT-Service-Anbieter wie IBM und Co. als auch IT-Kunden oder die aufstrebenden einheimischen Unternehmen wie Wipro oder Tata streiten sich um die vorhandenen Fachkräfte. Und auch in Indien können die Universitäten nicht unbeschränkt Nachwuchsleute ausbilden. Das führt dazu, dass sich die Unternehmen immer mehr IT-Leute gegenseitig abwerben, was die Löhne und vor allem auch die Fluktuationsrate in die Höhe treibt.
Nun scheint der deutsche ERP-Konzern SAP als eines der ersten globalen Grossunternehmen diese Entwicklung offiziell in seine Offshoring-Strategie miteinzubeziehen. "Indien wird langsam teuer", erklärte SAP-Chef Henning Kagermann in einem Interview mit der 'Financial Times Deutschland'. "Wir haben uns vorgenommen, dort nur noch eine bestimmte Zahl (an Mitarbeitern) einzustellen und uns dann nach anderen Lokationen umzuschauen."
SAP richtet gemäss Kagermann seine Aufmerksamkeit nun vor allem auf China und Osteuropa. In China, so Kagermann, sei zwar der Schutz des geistigen Eigentums noch ein Problempunkt, aber "Das wird uns nicht abhalten, auch in China mehr zu machen."
Der Vorteil in Osteuropa, so Kagermann, sei vor allem, dass dort die Personalfluktuation im Vergleich zu Indien niedrig sei, sowie die besser ausgebaute Infrastruktur. (hjm)

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