SAP lanciert eigene Computer-Cloud

8. Mai 2013, 10:44
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SAPs 'HANA Enterprise Cloud': Mehr als nur ein Managed-Hosting?

SAPs 'HANA Enterprise Cloud': Mehr als nur ein Managed-Hosting?
Der deutsche Software-Hersteller SAP lancierte gestern Abend ein neues Angebot. Kunden des deutschen Software-Riesen können künftig die Software "als Service" aus einer Computer-Wolke des Anbieters selbst beziehen. Angeboten werden alle SAP-Anwendungen, die mit der In-Memory-Datenbank HANA funktionieren, also SAP Enterprise Suite, SAP CRM und die SAP NetWeaver Business-Warehouse-Anwendungen. Da die In-Memory-Technologie Lesen und Schreiben von Daten massiv (theoretisch bis zu Faktor 1000) beschleunigt, dürften vorerst vor allem die Business-Warehouse-Anwendungen für Kunden sehr attraktiv sein.
Wie SAP-Technologie-Chef Vishal Sikka (Foto) heute Morgen an einer Telefonkonferenz auf unsere Frage sagte, gibt es kein neues Preismodell für das Cloud-Angebot. Anders als üblich müssen Kunden der 'HANA Enterprise Cloud' Lizenzen die von ihnen genutzten Softwarew-Pakete mitbringen oder neu kaufen. Zusätzlich wird eine Gebühr für den Betrieb und die Wartung der Infrastruktur verlangt. Normalerweise wird Cloud-Software pro Monat und User verrechnet.
Cloud oder doch nur Managed Hosting?
Auch Schweizer SAP-Kunden können ihre Applikation oder (wahrscheinlicher) Teile davon ab sofort in die 'HANA Enterprise Cloud' portieren. Die Infrastruktur dafür sitzt aber in einem SAP-Rechenzentrum bei Frankfurt, die Daten verlassen also die Schweiz.
Doch handelt es sich bei der SAP 'HANA Enterprise Cloud' tatsächlich um eine echte Computer-"Wolke", bei der sich mehrere Kunden Server, Speicher und Datenbanken teilen? Oder schmückt sich SAP zu Unrecht mit dem Modebegriff "Cloud", bietet aber in Wirklichkeit nur ein Managed Hosting der Infrastruktur der Kunden an? Sikka wich heute Morgen den hartnäckigen Fragen eines Analysten von Gartner aus. Er betonte, SAP könne alle Applikationen, also auch die KMU-Lösung BusinessOne und sowieso die Online-Version Business byDesign, als echte Cloud-Anwendungen anbieten, bei der sich Kunden Infrastruktur und Datenbank teilen. Allerdings sei 'HANA Enterprise Cloud' ein Angebot für Grossfirmen, die eine grosse, eigene Infrastruktur bräuchten. Es scheint also, dass 'HANA Enterprise Cloud' heute tatsächlich nicht aus einer "echten" Computer-Wolke heraus geliefert wird. Darauf deutet ja auch das Preismodell hin.
Software-Hersteller sollen eigene Anwendungen für HANA und die SAP-Cloud entwickeln.
Dies wird aber nicht lange so bleiben, denn SAP bietet HANA auch als "Platform-as-a-Service" an. Software-Hersteller können Applikationen für die ultraschnelle In-Memory-Datenbank HANA schreiben und diese in der SAP-Cloud betreiben. Bereits jetzt gibt es gemäss SAPs Technologie-Chef über 400 Software-Hersteller, die neue Lösungen für die SAP-Datenbank entwickelt haben. Dabei gibt es solche, die mit der angestammten SAP-Welt nichts zu tun haben, wohl aber mit der Echtzeit-Analyse von sehr grossen Datenmengen. (Christoph Hugenschmidt)

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