SAP lockt Berater, Buchhalter und Businesspartner mit Provisionen

2. April 2008, 09:40
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Ab Juni können auch Nicht-SAP-Partner mit der Empfehlung von SAP-KMU-Produkten Geld verdienen.

Ab Juni können auch Nicht-SAP-Partner mit der Empfehlung von SAP-KMU-Produkten Geld verdienen.
Im Juni lanciert der deutsche Software-Riese SAP in der Schweiz ein so genanntes "Referral-Programm". Buchstäblich jeder Dienstleister, ob bestehender SAP-Partner, Systemintegrator für ein Konkurrenzprodukt, Treuhänder, Beratungsfirma oder VAR kann sich bei SAP für dieses Programm anmelden.
Wer dann von einer geplanten Einführung einer neuen betriebswirtschaftlichen Software in einer KMU Wind bekommt und ein SAP-KMU-Produkt empfiehlt, kann den Lead - Einverständnis des Kunden vorausgesetzt - bei SAP registrieren. Akzeptiert SAP den Lead, wird eine erste Provision ausbezahlt. Gewinnt SAP, respektive einer der SAP-KMU-Partner den Deal, so wird eine zweite Provision von fünf Prozent des Netto-Lizenzumsatzes im Projekt fällig.
Tiefe Hürden
Die Hürden, um "SAP-Referral-Partner" zu werden, scheinen nicht hoch zu sein. Wer sich anmeldet, muss eine einmalige Gebühr von 500 Franken bezahlen. KMU-Dienstleister, die an dem Programm teilnehmen, werden von SAP mit Verkaufsmaterial und Schulung unterstützt. Das Programm gilt ausschliesslich für die KMU-Standard-Produkte aus Walldorf, also 'Business One', die 'All-in-One'-Branchenpakete und das kommende SaaS-Produkt 'Business ByDesign'.
SAP betont in einem Fragen-und-Antworten-Papier auf der deutschen Webseite, dass die bestehenden Partner von SAP durch das Programm nicht etwa konkurrenziert würden, sondern davon profitieren sollen. Allfällige Leads sollen nämlich gemäss den bisherigen Kriterien (Branchenkompetenz, geografische Nähe) an sie übergeben werden. Bestehende SAP-Partner können bei Projekten, in die sie "nicht hineinpassen", wenigstens mit der Empfehlung Geld verdienen.
Schnelles Geld vs. Neutralität
Das SAP-Referral-Programm sieht verlockend aus. KMU-Dienstleister wie betriebswirtschaftliche Berater, Treuhänder oder Hardware-Verkäufer können mit relativ geringem Aufwand Bargeld verdienen.
Allerdings dürfte sich mancher Berater gut überlegen, ob er daran teilnehmen will. Denn der Kunde schätzt an seinem Berater oder Treuhänder Unabhängigkeit und Neutralität und bezahlt dafür, dass ihm dieser immer die jeweilig beste Lösung vorschlägt. Eine Provision auf Verkaufsabschlüsse für die Lösung eines bestimmten Anbieters widerspricht diesem Prinzip. (Christoph Hugenschmidt)

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