SAP-Migrationswelle erreicht Höhepunkt erst 2009

19. November 2007, 16:09
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SAP-Anwender entkoppeln den technischen Upgrade vom funktional / strategischen. Die erwartete Migrationswelle erreicht ihren Höhepunkt deshalb erst 2009, sagt PAC

SAP-Anwender entkoppeln den technischen Upgrade vom funktional / strategischen. Die erwartete Migrationswelle erreicht ihren Höhepunkt deshalb erst 2009, sagt PAC.
Anfang Juni noch glaubten wir, kurz vor einer riesigen Migrationswelle von älteren SAP-Systemen (R/3 4.6 C und jüngere) auf die neueste Version SAP ERP 6.0 zu stehen. Dies, so die damalige Voraussage, würde zu einem eigentlichen Beratermangel in Deutschland und auch der Schweiz führen. Doch die Spezialisten der deutsch-französischen Beratungsfirma PAC revidieren nun ihre Voraussage aufgrund einer Umfrage unter Anwendern und SAP-Dienstleistern in Deutschland.
Grund zu der neuen Annahme ist der Trend hin zu einem schrittweisen Vorgehen. Viele Firmen machen in einem ersten Schritt bis etwa Ende 2007 einen technischen Upgrade. Man migriert also ein älteres SAP-System auf die neueste Plattform und macht es damit "SOA-ready", ohne funktional zu erweitern oder gar strategische Änderungen wie etwa die Einführung einer neuen Branchenlösung vorzunehmen. Dieser Trend wird gemäss PAC noch bis Ende 2007 anhalten. Erst für 2009 erwartet PAC Consultant Klaus Holzhauser, dass die Zahl der funktionalen und strategischen Upgrades die der technischen überschreitet.
Anders sieht dies beim Marktvolumen, also der Höhe der Aufträge an externe SAP-Berater aus. Denn funktionale Upgrades sind wesentlich aufwändiger und man kann einen viel kleineren Teil der Arbeiten in Tieflohnländer auslagern.
SAP-Dienstleister vor goldenen Zeiten
Holzhauser erwartet, dass etwa ein knappes Drittel der SAP-Anwender den Upgrade des Systems in zwei aufeinander folgenden Schritten durchführen wird. Nach der technischen Migration folgt ein funktionaler oder gar strategischer Upgrade in einem separaten Projekt.
Der grosse Brocken im Volumen der Aufträge an externe Dienstleister wird gemäss dem Marktforscher 2008 und 2009 anfallen. Dann werden zwar nur etwa ein Drittel aller SAP-Upgrade-Projekte anfallen, aber fast die Hälfte der Aufwände fällig.
Mehrkosten durch Gebühren für erweiterte Wartung nicht ausschlaggebend
Interessant auch die Beobachtung von PAC, dass die Mehrkosten (+ 2 % in der Wartungsgebühr, also beispielsweise 19 statt 17 Prozent der Lizenzkosten pro Jahr) für die "erweiterte Wartung" nach dem Ablauf der Mainstream-Wartung an sich noch kein Grund für eine Migration der Systeme darstellen. Die relativ geringen Mehrkosten rechtfertigen für sich alleine noch kein Migrationsprojekt. Anders sieht es für kundenspezifische Wartungsverträge aus. So wird ab Ende Dezember 2009 für SAP R/3 4.6C auch die erweiterte Wartung nicht mehr angeboten. Spätestens dann werden Anwender von R/3 4.6 auf SAP ERP 6.0 umsteigen wollen. (Christoph Hugenschmidt)

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