SAP muss für Sybase-Übernahme nochmal blechen

7. Juni 2011, 14:20
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SAP schliddert in den USA derzeit von einem Rechtsstreit zum nächsten.

SAP schliddert in den USA derzeit von einem Rechtsstreit zum nächsten. Den in Sachen Sybase könnten die Walldorfer bald los sein. Wie das deutsche Softwareunternehmen am Vortag mitteilte, hat das Kreisgericht von Alameda County einer Einigung in der von einigen früheren Sybase-Anteilseignern angestrengten Sammelklage zugestimmt. Den Weg dafür geebnet hat die Zusage der Übernahme von Anwaltskosten der gegnerischen Partei in Höhe von bis zu umgerechnet 1,075 Millionen Euro. SAP geht davon aus, dass das US-Gericht nach Anhörung beider Seiten Anfang September 2011 eine endgültige Entscheidung treffen werde.
Das Walldorfer Unternehmen hat am 13. Mai 2010 den ehemaligen Konkurrenten Sybase vor allem wegen der Stärke im Bereich mobiler Datendienste übernommen und dafür 65 Dollar je Aktie bezahlt. Einige Aktionäre fanden die Kaufsumme zu niedrig und sich selbst schlecht informiert, ein zusätzlicher Zweig, wohin die Sammelklage führte. Das Verdikt des Gerichts von Alemeda County greift dies nun auf und fordert von SAP, dass die Aktionäre, die zwischen der Ankündigung der Übernahme am 12. Mai und der Zustimmung der Aktionäre am 29. Juli 2010 im Besitz von Sybase-Anteilen waren, weitere Informationen erhalten.
Gerade erst wurde SAP wegen Patentrechtsverletzung und Datenklaus von US-Gerichten zu heftigen Geldstrafen verdonnert. Ein texanisches Gericht hat die Walldorfer wegen Verletzung von Patenten des relativ unbekannten Unternehmens Versata Software zu einer Geldstrafe von 345 Millionen Dollar verurteilt, ein anderes Gericht gab einer Klage von Konkurrent Oracle statt und legte SAP wegen mutmasslichen Datendiebstahls eine Rekord-Schadensersatzzahlung von 1,3 Milliarden Dollar auf. Tatsächlich sind die Deutschen durch Mitarbeiter einer 2005 übernommenen Tochter an besagte Oracle-Daten gekommen. In ihrer Bewertung von Februar sahen sie den für den US-Konkurrenten entstandenen Schaden aber als reine Spekulation an. SAP versucht daher, die Strafe trotz eines gewissen Schuldeingeständnisses wegen Unverhältnismässigkeit auf 409 Millionen Dollar zu drücken. Es wird erwartet, dass das Geschworenengericht von Oakland bei San Francisco sich am 13. Juli erneut mit dem Fall beschäftigen wird und dann zu einem abschliessenden Urteil kommt. (kh)

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