SAP passt Lizenzgebühren für indirekte Nutzung an

23. Juni 2017, 11:50
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Der ERP-Gigant SAP verspricht in einer Mitteilung, seine Preisgestaltung und Lizenzierung zu modernisieren und Innovation nicht mehr durch komplexe Lizenzmodelle behindern zu wollen.

Der ERP-Gigant SAP verspricht in einer Mitteilung, seine Preisgestaltung und Lizenzierung zu modernisieren und Innovation nicht mehr durch komplexe Lizenzmodelle behindern zu wollen. Die Änderungen gelten für drei Szenarien und sollen rund 80 Prozent der ERP-Kunden betreffen: Beschaffungsprozesse (Procure-to-Pay), Auftragsabwicklung (Order-to-Cash) sowie indirekten statischen Zugriff – darunter fällt der Zugriff über Drittanbieter wie Salesforce.
Bei den Procure-to-Pay- und Order-to-Cash-Szenarien soll in Zukunft nicht mehr nach Nutzern, sondern nach Anzahl der abgewickelten Aufträge abgerechnet werden. Dies stelle für jedes Unternehmen ein messbares Ergebnis dar, schreibt SAP in der Mitteilung. Das bloss statische Lesen von SAP-Daten sei ab sofort in der zugrundeliegenden Softwarelizenz enthalten und damit kostenlos, wenn ein Kunde ansonsten über die entsprechenden Lizenzen verfüge.
Wer über die erforderlichen Lizenzen verfüge, müsse nichts weiter tun. Wer unsicher sei, solle sich an SAP wenden, um eine Unterlizenzierung und damit nachträgliche Zahlungen zu vermeiden. Die Verantwortung liegt also bei den Nutzern von SAP.
DSAG: Die Änderungen sind unausgereift
In der Vergangenheit hatte das oftmals undurchsichtige Lizenzierungsmodell von SAP für Ungemach gesorgt. Bekanntheit erlangte etwa eine Klage des Konzerns gegen Diageo, die Nachzahlungen von bis zu 55 Millionen britischen Pfund nach sich ziehen könnte. Der Getränkekonzern hatte es Salesforce-Nutzern erlaubt, auf Daten in SAP-Systemen zuzugreifen – ein Fall indirekter Nutzung also.
Laut Fachportal 'Cloud Computing Insider' hält die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) die Stellungnahme von SAP für unzureichend. Es gäbe innerhalb von SAP keine klare Definition von "indirekter Nutzung" und die neuen Preismodelle seien mangelhaft, da einige Themen und Formen indirekten Zugriffs nicht zufriedenstellend geklärt seien. (ts)

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