SAP Schweiz: Der Wal im Karpfenteich

28. Januar 2009, 14:31
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Der deutsche Software-Gigant machte letztes Jahr einen Umsatz von 713 Millionen Franken in der Schweiz.

Der deutsche Software-Gigant machte letztes Jahr einen Umsatz von 713 Millionen Franken in der Schweiz.
SAP ist und bleibt in der Schweiz ein Riese. Letztes Jahr machte die Regensdorfer Filiale des deutschen Software-Konzerns einen Umsatz von 713,7 Millionen Franken, 43,3 Millionen Franken mehr als 2007. Wenn man berücksichtigt, dass 2008 erstmals die Umsätze des übernommenen BI-Spezialisten Business Objects mitgezählt wurden, ist das Resultat weniger eindrücklich. Business Objects setzte 2006 gemäss einer Schätzung von 'Computerword' 2006 etwa 20 Millionen Franken um. Der SAP-Umsatz wäre demzufolge 2008 noch um 23 Millionen Franken oder 3,5 Prozent gewachsen.
Zum Vergleich: Der nach Anzahl Kunden wohl grösste Schweizer Hersteller von Business-Software, die St. Galler Abacus, setzte letztes Jahr nach unserer Schätzung etwa 34,5 Millionen Franken (+ 10 %) um.
Noch stärker steigern konnte SAP den Produkteumsatz, nämich um 51,6 Millionen Franken auf 505 Millionen. Diese Steigerung sei zum grossen Teil auf den Verkauf neuer Produkte zurückzuführen, heisst es in einer Mitteilung aus Regensdorf. Als Beispiele nennt SAP das Modul "Talent Management" der HR-Suite, CRM 2007 und SAP GRC (Governance und Risk Management).
SAP-Schweiz-Chef Hakan Yüksel will für 2009 den Fokus auf die so genannten "Business User" (Manager) legen. Im Klartext: SAP will "Upselling" betreiben, den bestehenden Kunden also vermehrt BI-Lösungen von Business Objects verkaufen. Dies ist sicher ein gute Strategie, können Kunden damit doch die Anzahl der Lieferanten reduzieren und ihre Systeme konsolidieren. Ob allerdings Kunden, die mit SAP im Streit um die Wartungsgebühren liegen unbedingt Lust haben, gerade dieses Jahr zusätzlich SAP-Software zu kaufen?
Wenn, dann nur geringer Stellenabbau zu erwarten
Unsere Frage, ob SAP Schweiz ebenfalls vom angekündigten Stellenabbau betroffen ist, konnte SAP-Sprecherin Claudia Rollero nicht beantworten. Da die Schweizer Niederlassung aber im Vergleich gute Zahlen vorweisen kann und zudem einige für SAP sehr strategische Kunden hier ihren Hauptsitz haben, dürfte ein allfälliger Stellenabbau bei SAP Schweiz wenn, dann wohl ziemlich sanft ausfallen. (Christoph Hugenschmidt)

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