SAP schwört: "Nie mehr neue Releases"

27. Mai 2009, 16:06
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Mit dem heutigen Launch der SAP Business Suite 7 sollen nun auch SAP-Umsysteme laufend mit leicht zu installierenden "Enhancement Packages" verbessert werden.

Mit dem heutigen Launch der SAP Business Suite 7 sollen nun auch SAP-Umsysteme laufend mit leicht zu installierenden "Enhancement Packages" verbessert werden.
Mit der heute lancierten 'SAP Business Suite 7' soll das Zeitalter der mühsamen und teuren Migrationsprojekte für die Einführung von neuen Software-Versionen mindestens für SAP-Anwender der Vergangenheit angehören.
Wirklich neu an 'SAP Business Suite 7' ist nicht nur der ziemlich verwirrliche Name. Neu ist vor allem, dass die SAP-Umsysteme (z.B. CRM) nun wie das Kernsystem ("ERP 6.0") für lange Zeit keine neuen Versionen mehr bekommen, sondern im Gleichtakt und laufend mit so genannten "Enhancement Packages" modernisiert und mit neuen Funktionen versehen werden. Voraussetzung ist allerdings, dass Anwender die jeweils neuesten Versionen der Systeme einsetzen.
'Business Suite 7' setzt sich aus folgenden Teilpaketen, für die es jeweils wieder Branchenausprägungen gibt, zusammen: Die Kernlösung 'SAP ERP 6.0' samt den seit 2007 erschienenen vier "Enhancement Packages" sowie CRM, SRM (Supplier Relationsship Management), SCM (Supply Chain Management) und PLM (Product Lifecycle Management), letztere alle in der neuesten Version 7.0.
Neue Funktionen leichter einführen
Künftig soll es nun für mindestens 7 Jahre keine neuen Versionen mehr geben, sondern zweimal jährlich so genannten "Enhancement Packages" für die komplette Suite. Diese wird neue Funktionalitäten enthalten, während Patches und gesetzlich bedingte Änderungen in den "Support Packages" enthalten sein werden. Neue Funktionen können selektiv eingeführt werden, wobei vorgefertigte Testfunktionen und das "Enhancement Framework" die Implementierung stark vereinfachen sollen. Die "Enhancement Packages" sind im (berühmt-umstrittenen) Preis für "Enterprise Support" enthalten, wobei Zusatzmodule, zum Beispiel das Modul für Records Management, bezahlt werden müssen.
Von SAP anerkannte Zusatzentwicklungen von Partnern, die gewisse Funktionalitäten für bestimmte Branchen noch vertiefen, werden künftig auch vom deutschen Hersteller ohne Zusatzkosten im Rahmen des umstrittenen "Enterprise Support" unterstützt.
Die "Enhancement Packages" sollten möglichst bei Erscheinen und zusammen mit den Support-Paketen installiert werden, so SAP-Manager Hanspeter Groth heute Mittag an einer kleinen Medienveranstaltung in Regensdorf. Neue Funktionalitäten sollten dann nach Bedarf "eingeschaltet" werden.
Erste durchgängige Prozesse über mehrere SAP-Applikationen
Zusammen mit der "Business Suite 7" hat SAP bis heute etwa 30 durchgängige Geschäftsprozesse, die verschiedene SAP-Applikationen betreffen, programmiert. So demonstrierte man uns heute einen Service-Prozess, in dem SAP CRM, ERP 6.0 und SCM benützt wurden.
Sofort-Geld-Sparen-Software
Weiter lancierte SAP bereits vor zwei Wochen eine Reihe von Lösungen, die ihre Kosten bereits innerhalb eines Jahres wieder einspielen sollen. Dazu gehört ein Paket namens "Fast Financial Close", das schnellere Buchhaltungs-Abschlüsse ermöglichen soll und ein Paket namens "Retail Price Optimization" für die Preisgestaltung als Verkaufsförderungsinstrument.
Kommentar: "Näher, mein Kunde, zu mir"
Wir finden es gar nicht einfach, die Relevanz der heutigen Ankündigung der 'Business Suite 7' einzuschätzen. Das Konzept der "Enhancement Packages" war ja zuvor bekannt, neu ist nur, dass es nun auch für die Zusatzmodule zum Kern-ERP gilt.
Offenbar geht es dem deutschen ERP-Riesen um "Upselling". Das Gros der SAP ERP-Anwender hat eine ganze Reihe von Umsystemen (BI, CRM, ...) von anderen Anbietern oder Eigenentwicklungen im Einsatz. Diese sollen nun durch SAP-Software abgelöst werden, die besser in die ERP-Suite integriert ist und einheitlichere Benützeroberflächen hat als bisher und zudem ohne riesige Upgrade-Projekte mit neuen Funktionalitäten ergänzt werden kann. Der Haken an der Sache ist, dass Kunden, die diesen Weg gehen, sich in eine noch grössere Abhängigkeit von Walldorf begeben. (Christoph Hugenschmidt)

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