SAP stellt Toolkit für Low- und No-Code vor

17. November 2021, 13:12
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An der Entwickler-Konferenz präsentierte der Konzern die Tools als neuen Teil der Business Technology Platform. "Jeder soll Entwickler werden", so SAP-CTO Jürgen Müller.

An der virtuellen Konferenz SAP TechEd 2021 für Entwickler fokussierte sich CTO Jürgen Müller in seiner Keynote vor allem auf Low- und No-Code. "Wir haben unsere Investitionen in Low-Code- und No-Code-Tools für Developer verdoppelt", erklärte Müller. "Mit einem einheitlichen Low-Code-No-Code-Angebot schliessen wir die Lücke zwischen professionellen und nicht-technischen Entwicklern."

Technologie kommt von finnischem Startup

Das Toolkit AppGyver, eine No-Code-Entwicklungs- und Automatisierungsplattform, und SAP Business Application Studio, eine Low-Code-Programmierumgebung, hätten in einer Vorschau-Version bereits rund 100'000 Benutzer – nun werden sie offiziell Teil der Business Technology Platform (BTP). Grundlage bildet die Technologie des finnischen Startups AppGyver, welches SAP im Februar 2021 übernommen hatte.
Mit der Plattform "können Unternehmen neue Anwendungen erstellen, bestehende erweitern oder komplexe Aufgaben automatisieren, ohne den ausgelasteten IT-Abteilungen zusätzliche Workloads" aufzubürden, verspricht der Konzern. Mit einer "intuitiven Drag-and-Drop-Benutzeroberfläche" könnten Unternehmensanwendungen für das Web und mobile Apps bereitgestellt werden.
AppGyver könne auch professionellen Entwicklern helfen, nicht-technische Mitarbeitende zu unterstützen. Entwickler haben über das Free-Tier-Modell von BTP kostenlosen Zugang zu den Tools. Damit steigt SAP auch in einen boomenden Markt ein: Gemäss Gartner soll der weltweite Markt für Low-Code-Technologien im Jahr 2021 13,8 Milliarden US-Dollar betragen, was einem Anstieg von 22,6% im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Keine Programmierkenntnisse nötig

"Weltweit liegt die Zukunft für unsere Kunden und Partner in der Cloud", so Müller. "Doch für diese Reise benötigen sie die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie entsprechende Fähigkeiten und Kapazitäten." Eine Herausforderung, die SAP mit dem Low-No-Code-Ansatz unterstützen wolle.
Damit will der CTO auch gleich noch den Fachkräftemangel im Entwicklerbereich angehen, der sich in den letzten zwei Jahren verstärkt habe. "Unsere Vision ist: Wir möchten jeden in die Lage versetzen, ein Entwickler zu werden und Prozesse anzupassen, und zwar ohne Programmierkenntnisse", sagte Müller.
Der Konzern stellte an der TechEd ausserdem SAP Process Automation vor, eine neue No-Code-Prozessautomatisierungslösung auf der BTP. Die Lösung sei jetzt für eine ausgewählte Anzahl von Kunden als Vorschau verfügbar und enthalte Bibliotheken mit vorgefertigten Prozesspaketen und Bots, die für die Arbeit mit Anwendungen wie S/4Hana und Ariba entwickelt wurden.

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