SAP sucht "etliche Hundert" neue Softwarepartner

7. März 2005, 15:02
  • business-software
image

Partner sollen SAP zu einem wesentlich breiteren Produkteangebot verhelfen.

Partner sollen SAP zu einem wesentlich breiteren Produkteangebot verhelfen.
Wie SAP-Chef Henning Kagermann in einem Interview mit dem deutschen "Handelsblatt" erklärte, will SAP in Zukunft einen grösseren Teil der Softwareentwicklung seinen Partnern überlassen. "Wir können nicht alles bis in die letzte Verästelung selber machen", sagte Kagermann. "Wir werden künftig die stabilen Stämme selber machen, die Verästelungen aber Partnern überlassen, die dort profitabel sein können." Ausserdem wolle SAP auch mehr als bisher über indirekte Vertriebspartner verkaufen.
Hintergrund der SAP-Initiative ist die Hoffnung, das von SAP abgedeckte Spektrum im Markt für Unternehmenssoftware stark zu verbreitern. "Wir adressieren davon zurzeit die Hälfte. In fünf Jahren wollen wir 75 Prozent des Marktes ansprechen können", so Kagermann. Um genügend dieser "Verästelungen" – sprich spezifische Branchenlösungen und auf SAP aufsetzende Module, zum Beispiel zur Maschinensteuerung – zu entwickeln werden gemäss Kagermann "etliche hundert" Softwarepartner notwendig sein. Für die Partner dürfte sich das vor allem sehr stark lohnen, wenn SAP wiederum ihre Lösungen lizenziert. SAP scheint zu diesem Zweck auch die Konkurrenz unter Softwarepartnern schüren zu wollen, um unter mehreren Lösungen die Beste für sich aussuchen zu können.
Technologisches Rennen
Technologische Grundlage ist die Modularisierung und Flexibilisierung der SAP-Produktelandschaft, welche die SAP-Soware wesentlich einfacher anpassbar machen soll. Darin steckt das Unternehmen schon seit einiger Zeit viel Geld für Forschung und Entwicklung. Allein in die Integrationsplattform "Netweaver" wurde im letzten Jahr rund eine Milliarde Euro investiert.
Die technologische Umstellung soll bis 2006 abgeschlossen sein. Falls das gelingt, könnte sich SAP einen technologischen Vorsprung gegen Oracle und Microsoft verschaffen, deren Strategien in eine ähnliche Richtung gehen. Dieser Zeitdruck dürfte eine zusätzliche Motivation für SAP sein, die eigene Fertigungstiefe zu verringern und einen grösseren Teil des Entwicklungspotentials – und des Entwicklungsaufwands und -risikos – Partnern zu überlassen. (hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

All for One legt Schweizer Töchter zusammen

Die beiden SAP-Dienstleister Process-Partner und ASC werden zu All for One Switzerland.

publiziert am 29.9.2022
image

Abra Software will nach Besitzerwechsel expandieren

Das Investment-Unternehmen Elvaston hat die Aktienmehrheit übernommen. Nun soll der ERP-Anbieter durch weitere Akquisitionen wachsen.

publiziert am 28.9.2022
image

Wie ERP-Lösungen bei Unternehmen abschneiden

ERP-Anwender aus dem DACH-Raum kritisieren in einer Trovarit-Befragung die Performance der Systeme. Nachhaltigkeit ist zum Trendthema geworden, noch vor der Cloud.

Von publiziert am 26.9.2022
image

MFA kommt erst langsam in Firmen an

Die Zahl der Unternehmen, die Multifaktor-Authentifizierung für Angestellte implementieren, steigt einem Report von Thales zufolge nur langsam.

publiziert am 22.9.2022