SAP wehrt Übernahmegerüchte ab

2. März 2011, 10:37
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Seit geraumer Zeit wird der deutsche Software-Hersteller SAP als Übernahmekandidat gehandelt.

Seit geraumer Zeit wird der deutsche Software-Hersteller SAP als Übernahmekandidat gehandelt. In der Gerüchteküche wurden in dem Zusammenhang immer wieder Hewlett-Packard (HP) und IBM genannt. Co-Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe hat den Spekulationen am Vortag auf der CeBIT 2011 in einem Interview mit Dow Jones nun einen Dämpfer verpasst. "Wir führen mit niemandem irgendwelche Gespräche", wird Snabe von dem deutschsprachigen Dienst der internationalen Nachrichtenagentur zitiert. Abgesehen davon sei der Zeitpunkt für einen potenziellen Käufer denkbar ungünstig, weil der Börsenwert des DAX-Konzerns in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt habe. Allein im vergangenen Jahr ist der Wert der SAP-Aktien um über 30 Prozent oder 20 Milliarden Euro gestiegen. "Wir sind stärker als je zuvor", so Snabe. "Deshalb glauben wir, dass wir eine gute Zukunft als unabhängiges Unternehmen haben."
Gerüchte über eine mögliche Übernahme durch HP wurden unter anderem genährt, als der ehemalige SAP-Vorstandschef Léo Apotheker im Februar 2010 zu HP wechselte. Die neue Doppelspitze unter Bill McDermott und Snabe hat aber stets betont, dass das deutsche Unternehmen als Hersteller von Unternehmenssoftware unabhängig bleiben wolle. Vielleicht war es auch an die Adresse von Apotheker gerichtet, als Snabe noch hinzufügte: "Die beste Medizin für SAP als unabhängiges Unternehmen, ist es, erfolgreich zu bleiben." Im Krisenjahr 2009 musste der badische Konzern mehrere Tausend Stellen streichen, seitdem ist er aber wieder auf Wachstumskurs. Dies verdankt er laut Dow Jones in erster Linie Einnahmen aus Lizenzverkäufen und Wartung mit zweistelligen Zuwachsraten. Aber auch der Erwerb von Sybase für rund 5,8 Milliarden Dollar habe bereits Früchte getragen. Damit konnte SAP sich nicht nur das Datenbank-Geschäft der neuen US-Tochter sichern, sondern auch die eigene Präsenz bei der mobilen Datennutzung stärken. Erst im Frühjahr 2008 haben die Walldorfer rund 4,8 Milliarden Euro für Business Objects, Software-Hersteller mit Schwerpunkt Unternehmensdatenanalyse, hingeblättert. Diese Milliardeninvestitionen sprechen gegen einen möglichen Verkauf des deutschen Vorzeigeunternehmens.
Als ein wichtiger Wachstumstreiber der kommenden Jahre sieht SAP Miet-Software, auch On-Demand-Software oder Software-as-a-Service (SaaS) genannt. Über die Höhe der erhofften Einnahmen daraus wollte sich Snabe in dem Interview mit Dow Jones aber nicht äussern, er sagte lediglich: "Mietsoftware ist ein wichtiger Teil in unserem Ziel, den Umsatz bis Mitte des Jahrzehnts auf 20 Milliarden Euro zu erhöhen." 2010 waren es laut Wall Street Journal 12,5 Milliarden Euro.
Ein anderer Ausspruch Snabes, der heute am zweiten Tag der CeBIT 2011 für Schlagzeilen sorgte, war der, dass SAP nicht alles auf die "Internet-Wolke“ setze, sondern überzeugt sei, dass Computersysteme in den Geschäftsräumen der Kunden weiterhin eine grosse Bedeutung haben werden. "Wir glauben an das Hybrid-Modell dieser beiden Ansätze“, wird der Co-Vorstandssprecher von Zeit.de zitiert. (Klaus Hauptfleisch)

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