SAP will 3000 Stellen abbauen

28. Januar 2009, 13:28
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SAP präsentiert überraschend gute Zahlen für das Geschäftsjahr 2008, zieht aber Sparprogramm für 2009 trotzdem voll durch.

SAP präsentiert überraschend gute Zahlen für das Geschäftsjahr 2008, zieht aber Sparprogramm für 2009 trotzdem voll durch.
Heute Morgen präsentierte SAP die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2008 sowie einen Ausblick ins laufende Jahr. Der Software-Konzern warnt, dass Umsatz und Ertrag im laufenden Jahr sinken könnten und zieht deshalb ein Sparprogramm durch. So sollen die Gehälter 2009 eingefroren werden und der Konzern will 3'300 von heute 51'536 Stellen abbauen. Der Abbau von immerhin über sechs Prozent der Belegschaft soll ohne Entlassungen vorgenommen werden.
Der geplante Stellenabbau ist wie derjenige von Microsoft auch, ein Tabubruch. Denn seit dem Börsengang von SAP 1988 ist dies die erste konzernweite Reduktion der Beschäftigtenzahl bei der Nummer 1 im ERP-Geschäft.
Total setzte der deutsche ERP-Riese letztes Jahr 11,5 Milliarden Euro um. Dies sind 13 Prozent mehr als 2007, wobei zu berücksichtigen ist, dass der Umsatz des zugekauften BI-Herstellers Business Objects erstmals voll mit eingerechnet wurde. Der Gewinn von SAP sank nach US-Buchhaltungsstandards um zwei Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, der operative Gewinn stieg aber um vier Prozent auf - nüchtern betrachtet - sensationelle 2,8 Milliarden Euro. SAPs operative Marge betrug letztes Jahr 24,6 Prozent.
Eine wichtige Kennzahl für Software-Hersteller ist der Umsatz aus neu verkauften Lizenzen und damit zusammenhängenden Dienstleistungen. Hier konnten die Walldorfer markant, nämlich um 14 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro zulegen. 40 Prozent des Umsatzes 2008 stammte gemäss einer Präsentation von SAP-Noch-Chef Henning Kagermann aus Verkäufen von neuen Produkten.
Kunden migrieren auf neue Software-Versionen, kein Wachstum mehr beim KMU-Paket "Business One"
In der im Internet zugänglichen Präsentation von Kagermann finden sich weitere interessante Zahlen. So ist die SAP-Middleware 'NetWeaver' heute gemäss Kagermann weltweit 51'300 mal produktiv installiert und es gibt 9'400 produktive Installationen der neuesten Software-Generation 'SAP ERP 6.0'. Insgesamt konnte der deutsche Software-Riese die Verkäufe der neuen Version gegenüber 2007 um 84 Prozent steigern. Offenbar gelingt es SAP nun, die Kunden von den Vorteilen einer Migration auf 'ERP 6.0' zu überzeugen.
Ebenfalls stark zugelegt, nämlich um 21 Prozent, hat der Absatz von 'SAP Business All-in-One', jenen vorkonfigurierten Software-Paketen für mittelgrosse Firmen. Diese werden heute weltweit 13'450 mal eingesetzt.
Erstaunlicherweise scheint aber der Absatz von 'SAP Business One', einer Lösung für Kleinfirmen, zu stagnieren. Für diese gab es Ende 2008 - immer gemäss Kagermanns Präsentation - 22'600 Kunden. Gleich viele wie vor einem Jahr. (Christoph Hugenschmidt)

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