SAPs neue Wunderwelt der Business-Software

14. November 2012, 10:30
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Alles HANA, alles mobil, alles vernetzt, alles "social" ...und ganz einfach einzuführen?

Alles HANA, alles mobil, alles vernetzt, alles "social" ...und ganz einfach einzuführen?
Hat er was gesagt? Und wenn ja, was hat er gesagt? Ist es wichtig? Und wie müssen wir es interpretieren? Journalisten stellen sich gegenseitig diese Fragen jeweils nach einer "Keynote" einer IT-Grösse und versuchen so herauszufinden, ob man mit der eigenen Einschätzung nicht allzu weit von der Realität liegt.
So auch gestern Morgen nach der Rede von SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe anlässlich der Eröffnung der Kundenkonferenz Sapphire in Madrid (Foto). Snabe sprach lange, aber für seine Verhältnisse etwas uninspiriert. Kein Wunder: Er führte praktisch keine Produktneuigkeiten vor und holte mit Schlenkern über Fussball und die Geschichte der Musikindustrie weit aus.
Den Kern auf HANA und Ariba für das "Networked Enterprise
Snabe sprach über die Musikindustrie, weil er zeigen wollte, dass Firmen, die revolutionäre Veränderungen im Markt nicht als Chance begrüssen, untergehen werden. "Die Musikindustrie sagte, man müsse die Kunden erziehen. Das gelingt nie. Wenn einer an einem Meeting sagt, man müsse die Kunden erziehen, so ist man am falschen Meeting", sagte Snabe vielleicht auch mit einem Seitenhieb auf die Geschichte von SAP selbst.
Die Kombination von sozialen Medien, mobilen Geräten, Cloud Computing und die Möglichkeit, riesige Datenmengen zu analysieren, werde Geschäftsprozesse in allen Branchen neu zusammensetzen. Und SAP werde die Neudefinition von Prozessen ihren Kunden ermöglichen, so Snabe.
So erlaube die Migration von SAP CRM auf die In-Memory-Datenbank HANA eine völlig neue Sicht für Kunden, weil die Analyse von (unstrukturierten) Aussendaten auch voraussagende Aussagen erlaube. SAPs CRM auf HANA sei nicht nur das erste System, bei dem SAP Transaktionsdaten auf neuartigen Datenbanken verarbeitet, sondern überhaupt Software einer neuen Kategorie. Irgendeinmal, so Snabe, würden alle Kernlösungen von SAP auf HANA laufen und mit mobilen Clients bedienbar sein.
Damit sich Firmen mit Kunden und Lieferanten vernetzen können, wird SAP die E-Business-Plattform von Ariba rasch an seine Software (SCM, PLM, Rechnungsstellung, Procurement etc.) und den Kunden vorgefertigte "Rapid Deployment Solutions" anbinden. Ab sofort, so Snabe, gebe es eine Roadmap, mit der Anwender abschätzen können, was wann in Sachen Ariba-Integration verfügbar sein wird.
SAP "fun to use"
Ein paar coole Produkte konnte Snabe doch noch zeigen. Er packte ein Surface Tablet von Microsoft aus und zeigte ein paar SAP-Applikationen. Man konnte einen schnellen Blick auf WorkDeck und auf die App für die Auswertung von Finanzdaten werfen. Mit dem Spruch "Imaging a finance system that is fun to use" erntete Snabe Gelächter im ungefähr 6000-köpfigen Publikum.
Und so sieht Snabes schöne Wunderwelt der Business-Software aus: Schöne Apps auf Smartphones und Tablets, Cloud Computing, um Applikationen nicht mehr selber betreiben zu müssen, rasend schnelle Analyse von riesigen Datenmengen (auf SAP HANA) und Online-Vernetzung und Automatisierung mit Lieferanten (Ariba), Mitarbeitenden (Successfactors) und der "Welt" (SAP Jam).
Zum Schluss der Rede gab es ein kaum haltbares Versprechen: Die Kunden sollen an all den neue Wundern aus der SAP-Küche ohne grobe Störungen teilhaben können. Das Publikum applaudierte höflich - Jubelstürme brachen keine aus. (Christoph Hugenschmidt, Madrid)
Interessenbindung: Der Schreibende besucht die Sapphire in Madrid auf Einladung (Flug und Unterkunft) von SAP.

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