SAPs schwieriger Weg in die Cloud

21. April 2015, 08:20
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Zum Jahresauftakt schrumpft der Gewinn, während der Umsatz steigt.

Zum Jahresauftakt schrumpft der Gewinn, während der Umsatz steigt.
SAP musste im ersten Quartal des laufenden Jahres einen Gewinnrückgang um 23 Prozent auf 413 Millionen Euro hinnehmen. Dies ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die Transition zu cloudbasierten Miet-Modellen kurz- bis mittelfristig die Profitabilität schmälert. SAP hofft, langfristig mit Software "als Service" Erfolg zu haben, weil mit diesem Modell Umsätze über einen längeren Zeitraum gestreckt werden.
Beim Umsatz konnte SAP hingegen um 22 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zulegen, was vor allem auf eine Verdoppelung des Geschäfts mit Cloudlösungen auf eine halbe Milliarde Euro zurückzuführen sei. Ausserdem profitierte SAP vom starken Dollar beziehungsweise vom schwachen Euro.
Der Trend ist nicht neu: Schon zu Jahresbeginn hatte SAP wegen des Umbaus seine mittelfristige Prognose bis 2017 gestrichen. Das angestammte Geschäft mit Softwarelizenzen wuchs in der Vergangenheit kaum noch, im ersten Quartal nur dank des starken Dollars.
Im ersten Quartal belasteten zudem Kosten aus Übernahmen und Boni sowie der angelaufene Personalumbau das Ergebnis, sagte Finanzchef Luka Mucic. SAP hat kürzlich ein Abfindungsprogramm aufgelegt. Damit sollen drei Prozent oder rund 2'000 der weltweit etwa 74'000 Angestellten zum Wechsel bewegt werden. Im ersten Quartal seien dafür schon 50 Millionen Euro angefallen, sagte Mucic. Auf das Jahr gesehen werden es 150 bis 250 Millionen Euro sein. Die Auswirkungen des Umbaus auf die Schweizer Niederlassung von SAP sind noch unklar. (mim)

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