SAPs Strategie-Schlagwörter

14. Dezember 2009, 14:51
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"On demand", "In memory", "Cloud Computing", "Timeless Software".

"On demand", "In memory", "Cloud Computing", "Timeless Software".
Der deutsche ERP-Gigant SAP hat zwei eher schwierige Jahre hinter sich. Der Probleme gibt es einige: Da ist die potentiell äusserst gefährliche Klage von Oracle mit dem Neuverkauf von Software-Lizenzen.
Letzte Woche versuchte SAP nun an einer Konferenz für "Beeinflusser" (Technologie-Analysten, Journalisten, wichtige Kunden) in Boston, das Vertrauen in die glänzende Zukunft der Firma wieder zu stärken. Erstaunlicherweise tat SAP dies mit der Betonung auf Schlagworte, die andere bisher eher erfolgreicher verwendet haben.
So wurde der Wert von "on-demand"-Lösungen gelobt, also Software, die der Kunde über Internet bezieht und in einem Mietmodell bezahlt, was die Kapitalbindung verringert und ohne grosse Implementationsprojekte einführen kann. Die Kunden seien heute eher bereit, vorfabrizierte Prozesse einzusetzen als früher, betonte SAP-Entwicklungschef Jim Hagemann Snabe. SAPs noch etwas lahmendes Paradepferd einer "On demand"-Lösung, die Internet-Software 'Business by Design', soll nun ab Version 2,5 tatsächlich "multi-tenant"-fähig, also eine echte "SaaS"-Lösung, werden. Dies bedeutet, dass mehrere Kunden auf die Applikation und die gleiche Datenbank der Online-Lösung zugreifen, womit der Anbieter dann rasch, grosse Skaleneffekte erzielen kann.
Zum gleichen Thema gehört, dass die SAP-Oberen an der Konferenz, an der der oberste Chef Léo Apotheker übrigens fehlte, immer wieder betonten, Kunden könnten SAP-Software leicht in einer "Cloud" betreiben.
"In-Memory"
Während wir diesen Juni seitens diverser SAP-Grössen noch einige Vorbehalte gegen die von SAP-Gründer Hasso Plattner propagierte "In-Memory"-Technologie verspürten, wurde diese an der Bostoner Konferenz nun sehr gepusht. Mit "In Memory" bezeichnet man grosse (nicht relationale) Datenbanken, die im Hauptspeicher abgelegt werden und es erlauben, komplexe Analysen und Abfragen in Sekundenbruchteilen durchzuführen. Dies macht wiederum ganz neue Arbeitsweisen im Management einer Firma möglich, da man einem System ad hoc und in fast menschlicher Sprache Fragen stellen kann (und brauchbare Anworten erhält). Zudem, so die SAP-Manager in Boston, reduziere die "In-Memory"-Technology den Bedarf an teurem Plattenspeicher.
"Business by Design" soll ebenfalls ab Version 2,5 gewisse "In-Memory"-Fähigkeiten erhalten.
"Timeless Software"
Ebenfalls schon einige Male gehört haben wir von SAP den Begriff der "Timeless Software". Gemeint ist, dass die grossen Upgrade-Projekte durch kleine, funktionale "Enhancement Packages", die ohne Betriebsunterbruch und in beliebigen Portionen eingeführt werden können, abgelöst werden sollen.
Damit sollen SAP-Anwender von den mühseligen Migrationsprojekten entlastet werden und trotzdem immer wieder funktionale Verbesserungen einführen können.
Bei der Kundschaft scheint die Botschaft der "Timeless Software" aber noch nicht ganz angekommen zu sein. Erst 3'500 Kunden (von total 18'000, die auf die neueste Version von SAP umgestiegen sind) haben solche "Enhancement Packages" abonniert, wie Snabe in Boston sagte. (Christoph Hugenschmidt)

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