Satellitenbreitband fürs britische Hinterland

26. November 2010, 13:25
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Für heute, Freitagabend, ist der Start einer Ariane-5-Rakete mit dem Satelliten "HYLAS 1" an Bord anberaumt.

Für heute, Freitagabend, ist der Start einer Ariane-5-Rakete mit dem Satelliten "HYLAS 1" an Bord anberaumt. Mit seiner Hilfe wird das britische Unternehmen Avanti Sat-Breitband mit Downloadraten von bis zu zehn Megabit pro Sekunde (Mbps) anbieten. Der Ka-Band-Satelliten soll so dazu beitragen, die Breitbandlücke im ländlichen Raum Grossbritanniens und anderer Teile Europas zu schliessen.
"Satellit ist die einzige wirtschaftliche Möglichkeit, allgegenwärtige Services für etwa zehn Prozent der Bevölkerung in den ländlichsten Gebieten zu bieten", meint Avanti-CEO David Williams gegenüber der BBC. Das ist aus Sicht von Kritikern aber überzogen. Jedenfalls kommen die Briten mit dem Start dem französischen Satelliten-Konkurrenten Eutelsat zuvor.
Breitband fürs Land
HYLAS 1 verspricht für 350'000 Haushalte ein Breitband-Angebot, das zwei bis zehn Mbps Down- und fünf Mbps Uplink-Rate bietet. Aus Avanti-Sicht verspricht das für ländliche Gemeinden eine willkommene Alternative zu teuren Kabel-Anbindungen. "Wir sehen den Beitrag von Satelliten zur Schliessung der Breitbandlücke als eher begrenzt", meint allerdings Bernd Rudolph von der Initiative gegen digitale Spaltung im Gespräch mit pressetext. Für ganze Gemeinden sei die Technologie gerade in dichter besiedelten Ländern wie Deutschland wenig interessant.
Zudem ist Satelliten-Breitband keineswegs der einzige Ansatz zur Abdeckung des ländlichen Raums. Speziell ist die Mobilfunkindustrie ein wichtiger Konkurrent. "Gerade LTE verspricht gegenüber Satelliten deutliche Vorteile", bestätigt Rudolph. Denn wenngleich die 4G-Technologie im ländlichen Raum wohl ebenfalls nur einige Mbps pro Sekunde bieten wird, hat sie deutlich geringere Latenzzeiten. Dennoch kann sich Satelliten-Breitband beispielsweise für sehr isoliert stehende Gehöfte anbieten.
Satelliten-Kapazität
Ein gewisses Manko von HYLAS 1 ist auch, dass der Satellit nur 350'000 Anschlüsse bedienen kann. Dabei gibt es allein in Grossbritannien geschätzte drei Millionen Haushalte, denen Breitband mit wenigstens zwei Mbps bislang verwehrt bleibt. Mit einem zweiten Satelliten will Avanti im Jahr 2012 seine Kapazitäten auf eine Million Anschlüsse erweitern.
Eigentlich wollte Eutelsat mit dem "KA-SAT" den ersten europäischen Ka-Band-Satelliten für Breitband-Dienste in die Erdumlaufbahn bringen. Allerdings hat sich der Start verzögert und ist nun für Ende des Jahres anberaumt, sodass die Briten das Rennen machen dürften. Dafür will der französische Konzern mit KA-SAT nach eigenen Angaben über eine Million Haushalte mit Satelliten-Breitband versorgen können. (pte)

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