Satellitengeschwader als Unterstützung für Mobilnetzbetreiber?

19. Januar 2011, 15:30
  • telco
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Das kanadische Weltraumunternehmen Microsat Systems Canada (MSCI) hat eine neue Variante dafür ausgeheckt, wie Satelliten als Internet-Infrastruktur genützt werden könnten, nämlich indem sie Mobilnetzbetreibern bei der Bewältigung des explodierenden Datenverkehrs helfen.

Das kanadische Weltraumunternehmen Microsat Systems Canada (MSCI) hat eine neue Variante dafür ausgeheckt, wie Satelliten als Internet-Infrastruktur genützt werden könnten, nämlich indem sie Mobilnetzbetreibern bei der Bewältigung des explodierenden Datenverkehrs helfen.
Ihren Usern breitbandigen, mobilen Zugriff auf Datenservices im Internet bieten zu können, ist ein Anliegen fast aller Mobilnetzbetreiber, da der Bedarf dafür schnell wächst. Die hohen Investitionskosten, um die Netze für den explodiernden Datenverkehr fit zu machen, sind aber auch ein Problem. Die Idee hinter "COMMStellation" ist es, diese Kosten zumindest für den "Backhaul"-Traffic – den Netzabschnitt zwischen den einzelnen Funkstationen und dem Backbone eines Providers – stark zu verringern.
MSCIs "COMMStellation" soll aus einem Geschwader von 78 verhältnismässig billig herstellbaren Mikrosatelliten bestehen, die über 20 Bodenstationen mit dem Internet verbunden werden. In das Satelliten-Netzwerk einklinken würden sich in der Regel nicht die Enduser selbst, sondern die einzelnen Funkstationen. Netzbetreiber sollen so relativ flexibel und günstig zusätzliche Kapazität für einzelne Mobilfunkzellen zumieten können, ohne selbst investieren zu müssen.
Eine Besonderheit des Konzepts ist die geplante Umlaufbahn der Satelliten: Diese sollen die Erde in polaren Bahnen, also über die beiden Pole, umkreisen. Verglichen mit äquatorialen Umlaufbahnen sorgt dies dafür, dass ihre Dichte in den industrialisierten gemässigten Regionen der Erde höher ist, als am Äquator. (An den Polen wäre sie am höchsten, aber das nützt nicht so viel.)
Der Schlüssel dafür, um dies realisieren zu können, seien die geringen Kosten für das Satellitennetzwerk, so MSCI. So soll die Herstellung der Mikrosatelliten selbst vergleichweise billig werden. Unter anderem sind sie für eine Betriebsdauer von nur zehn Jahren ausgelegt. Auch die niedrige Umlaufbahn (rund 1000 Kilometer) sollte nicht nur für niedrige Latenzzeiten bei der Datenübertragung sondern auch dafür sorgen, dass sich die Kosten für Technologie und den Start der Satelliten in Grenzen halten. Ob und wann das Projekt COMMStellation tatsächlich realisiert wird, steht aber noch in den Sternen und dürfte hauptsächlich davon abhängen, ob Telcos tatsächlich Interesse an seiner Nutzung anmelden. (Hans jörg Maron)
(Illu: MSCI)

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