Saturn fliegt auf die Schweiz zu

6. Juli 2005 um 17:00
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Der Billig-Retailer-Angriff geht weiter…

Der Billig-Retailer-Angriff geht weiter…
Die Schweiz ist unter Beschuss. Längst ist klar, dass Aldi und Lidl den hiesigen Supermarktketten und Discountern das Leben schwer machen werden. Unter anderem werden sie auch mit günstigen (und billigen) Elektronikprodukten von Medion viele Reseller ärgern. Als ob dies nicht genug Untergangsstimmung verursachen würde, drängt nun auch noch Saturn auf den Schweizer Markt, wie heute die 'HandelsZeitung' schreibt. Bei uns ist eher Saturns Schwester Media Markt bekannt ("Das muss i grad äm Urs verzelle"). Saturn führt ein ähnliches Produktspektrum wie auch der Media Markt, von IT-Produkten über Unterhaltungselektronik bis zu Haushaltsgeräten.
Die beiden unglaublich profitablen Discounter-Ketten gehören der Media-Saturn Holding, die wiederum Tochter der Düsseldorfer Metro AG ist. Nun berichtet die 'HandelsZeitung', dass bis 2008 acht Saturn-Läden in der Schweiz stehen sollen. Dies soll im Rahmen der "Zwei-Label-Strategie" durchgeführt werden. Soll heissen: Saturn soll oberflächlich Media Markt konkurrieren, damit der Kunde die Illusion einer besonders breiten Auswahl an Anbietern hat.
Laut Guido Renggli, CEO der Media-Markt-Gruppe Schweiz und zuständig für den Aufbau der Saturn-Kette, soll diese erfolgreiche Strategie möglichst schnell umgesetzt werden. Bei der Suche nach neuen Standorten mache man "keine Kompromisse". Zwischen 2'500 und 5'000 Quadratmeter gross sollen die neuen Verkaufsflächen von Saturn sein. Allerdings wollen die Deutschen in der Schweiz nicht ganz so protzig auftreten. Werbeaktionen, die "zu brutal in der Ansprache" ("GEILE FINANZIERUNGS AKTION") seien, werden nicht übernommen.
Media Markt schläft nicht
Unterdessen baut die Media-Saturn Holding aber auch die Media-Markt-Filialen in der Schweiz aus. Bis 2007 sollen mindestens weitere fünf Filialen eröffnet werden. Die erste bereits im Oktober 2005 in Muri bei Bern. Einen Monat später wird ein Media Markt in Genf stehen. Im 2006 und 2007 sind dann Oftringen, Zürich und Biel an der Reihe. Im vergangenen Geschäftsjahr setzten die 14 MM-Filialen 895 Millionen Franken um. Tendenz steigend. Seit zwei Jahren sei Media Markt im Verkauf von Unterhaltungselektronik und Weissware (Kühlschränke etc.) führend – vor Interdiscount, Fust und Migros.
Allerdings beklagt sich Renggli über den seit einiger Zeit rückläufigen Markt für Consumer Electronics. Nach Holland habe die Schweiz die stärksten Einbrüche verzeichnen müssen. Pro Nase gäben die Schweizer nur noch 757 Euro (2004) anstatt 1'029 Euro (2000) aus. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Preise wegen den Billig-Discountern im Keller sind. (mim)

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