SATW: Die drei Techno­logien mit dem grössten Markt­potential

7. Juni 2021, 13:15
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Eine Studie der Akademie der Technischen Wissen­schaften bewertet die wichtigsten Technologien für die Schweiz.

In ihrem aktuellen "Technology Outlook" untersucht die Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW das Potenzial von vielversprechenden Technologien und Anwendungen. Die Schweiz spiele als Bildungs- und Forschungsstandort bei vielen Technologien weltweit eine wichtige Rolle, schreibt die SATW. 
Der Technology Outlook soll aufzeigen, welche Technologien dies konkret sind. Er beurteile die volkswirtschaftliche Bedeutung der einzelnen Technologien sowie die hierzulande vorhandenen Kompetenzen, heisst es zum Hintergrund der Publikation.
Die drei Top-Trends Internet of Things, Connected Machines und die Analyse von Big Data sind laut SATW die Top-Technologien in der Schweiz.
Für die Schweiz sei die produzierende Industrie von zentraler Bedeutung, so die SATW. Hier habe IoT weitreichende Auswirkungen. Einerseits könnten die internen Prozesse durch IoT-Anwendungen verbessert werden (Smart Factory). Andererseits würden neue Produkte und Dienstleistungen möglich (Smart Services). Als Herausforderung in der Praxis nennen die Autoren den dazu nötigen grundlegenden Kulturwandel – in vielen Unternehmen würde es am "Service-Denken" fehlen. Eine weitere Herausforderung ergebe sich durch globale Konkurrenz. Hochinnovative Unternehmen, vor allem aus Asien, würden zunehmend auf den Markt drängen. 
Es werde sich zeigen, so die SATW, ob die Schweizer Industrie die Chancen konsequent nutzen und ihre starke Position verteidigen und ausbauen können. Das Beispiel Tesla zeige, dass man sich seines Vorsprungs nicht zu gewiss sein darf, heisst es im Technology Outlook.

SATW sieht Bedarf für angewandte Forschung

Im Kontext der Smart Factory sieht die SATW Connected Machines als weiteres Top-Tech-Thema in der Schweiz. Die Forschung und Entwicklung fokussiere unter anderem auf Themen wie Prozessoptimierung, Qualitätskontrolle, Smart Maintenance oder Nachhaltigkeit in der Produktion. Die daraus entstehenden Anwendungen würden schliesslich in der Privatwirtschaft zur Marktreife gebracht. Die Herausforderung bestehe darin, aus den Innovationen so schnell wie möglich profitable Geschäftsmodelle zu machen. Deshalb, so das Fazit der Autoren, müsse die angewandte Forschung vorangetrieben und die Förderung ausgebaut werden.
Big Data und KI helfen dabei, Erkenntnisse aus Daten zu gewinnen. Die grössten Marktchancen aus Big Data-Analysen bieten sich aut der SATW im Bankwesen. Aber auch Bereiche wie Einzelhandel, Telekommunikation und Transport hätten eine Big-Data-Strategie für personalisierte Dienstleistungen eingeführt und weiterentwickelt.
Trotz Cloud-Angeboten, die KI- und Big-Data-Ressourcen zur Verfügung stellen, seien KMU mit beschränkten Ressourcen konfrontiert, so eine Herausforderung gemäss Autoren. Ein grosses Hindernis bei der Einführung von Big-Data-Lösungen sei für viele Unternehmen daneben die Frage der Governance und Sicherheit. Die Datensicherheit bleibe eine grosse Priorität. Unternehmen müssten im Zuge ihrer digitalen Transformation Security- und Datenschutzpraktiken etablieren.
Dies wiederum eröffne neue Geschäftsmodelle, schreibt die SATW. Es bestehe eine Chance für neue Datenverwaltungstechnologien, die manuelle und langwierige Aufgaben in den Bereichen Datenmanagement, Data Governance und Datenverwaltung automatisieren können.

"Technology Outlook" soll Orientierungshilfe sein

Insgesamt beurteilt der Technology Outlook 45 vielversprechende Technologien. Der Bericht, so eine Mitteilung dazu, nehme eine Standortbestimmung vor. Diese soll Führungskräften, Hochschulangehörigen der Politik sowie Unternehmen als Orientierung dienen.
Für die Auswahl der Technologien war der wissenschaftliche Beirat der SATW verantwortlich. Zur Bewertung des Potenzials der einzelnen Technologien wurden verschiedene Parameter herangezogen. Darunter der Umsatz von in der Schweiz ansässigen Firmen mit entsprechenden Produkten und Dienstleistungen, das Marktpotenzial in den nächsten 5 Jahren, das rechtlich-regulatorische Umfeld in der Schweiz sowie die Anzahl relevanter akademischer Forschungsgruppen in der Schweiz.
Die Mitglieder der SATW schreiben regelmässig für inside-it.ch. Unter dem Titel "SATW insights" berichten sie für unsere LeserInnen über relevante, aktuelle Schweizer Technologie-Fragen.

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