SBB baut Stellen ab – auch in der IT

22. September 2016, 16:33
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Personalabbau bei der SBB trifft auch die IT. Bestimmte Aufträge für externes Personal werden zurückgefahren.

Personalabbau bei der SBB trifft auch die IT. Bestimmte Aufträge für externes Personal werden zurückgefahren.
Mit dem "RailFit 20/30" genannten Sparprogramm will die SBB die Kosten um 1,2 Milliarden Franken senken. Erreicht werden soll das angestrebte Ziel unter anderem durch den Abbau von 1'400 Stellen. SBB-Pressesprecher Reto Schärli hält gegenüber inside-it.ch fest, dass auch IT-Jobs wegfallen werden.
Konkrete Zahlen können man derzeit noch nicht nennen, so Schärli weiter. Betroffen seien aber alle Bereiche. In einem Mail präzisiert er dann seine Aussage so: "Der geplante Abbau bei der IT betrifft externes Personal. Die Zahl der Stellen bei SBB IT bleibt unverändert. Bis auf weiteres werden Externe nicht mehr internalisiert." Das heisst laut Schärli, dass bestimmte Leistungen von der SBB nicht mehr von externem Personal erledigt werden. Welche Zulieferfirmen konkret betroffen sind, könne man derzeit aber noch nicht sagen, fügt er an.
Bei den grossen IT-Lieferanten der SBB wie SAP oder T-Systems will man auf Anfrage weder mögliche Konsequenzen der Stellungnahme der SBB noch den Stellenabbau überhaupt kommentieren. So teilt denn auch die T-Systems-Sprecherin Karina Riedel mit, dass "in Anbetracht dessen, dass die SBB erst vor kurzem über den Stellenabbau kommuniziert hat, jegliche Aussage unsererseits verfrüht wäre".
Aus weniger wird mehr
Gemäss einer Mitteilung des Schweizer Bahnriesen sollen per 2020 und in den Folgejahren die Verwaltungskosten gekürzt werden und die Produktivität unter anderem auch in der IT gesteigert werden. Man wolle "mit weniger Mitteln mehr erreichen und noch stärker auf kostengünstige Lösungen setzen sowie Organisation und Prozesse straffen", schreibt die SBB. Konkret reduziere man die Personalkosten um 470 Millionen Franken und die "Ausgaben für Unterhalt, Material, IT, etc." um 400 Millionen Franken. Weiter sollen 300 Millionen Franken bei wiederkehrenden Investitionskosten unter anderem "durch Vereinfachung von Standards" eingespart werden. Und schliesslich sollen die Mitarbeiter künftig an den Risikobeiträgen der Pensionskasse beteiligt werden, womit deren Lohnabzüge um 0,8 Prozent wachsen, während die SBB 30 Millionen Franken an Lohnzusatzkosten einspart.
Begründet wird das Sparprogramm mit der "Verkehrsperspektive 2040" des Bundes. Darin wird mit starkem Wachstum im Personen- und Güterverkehr gerechnet und somit mit Investitionen in neues Rollmaterial, in Infrastruktur sowie neue Angebote und Dienstleistungen. Als Kostentreiber werden "auch hohe Qualitätsstandards, die teilweise hausgemacht sind oder auf regulatorischen Vorgaben in der Schweiz oder von der EU beruhen" genannt. Man müsse sich darauf vorbereiten, bei einem starken Anstieg der Gesamtsystemkosten der Bahn mit öffentlichen Mittel zu rechnen, die nicht im gleichen Mass mitwachsen, schreibt die SBB.
Neue Stellen schaffen
Den Entlassungen stehen 200 Stellen gegenüber, die beispielsweise im Bahnunterhalt, bei den Zugbegleitern und den Lokführer neu geschaffen werden sollen, heisst es weiter. 2020 sollen dann bei der SBB noch etwa 32'100 Vollzeitstellen bestehen. Der Bahnriese will den Stellenabbau möglichst über natürliche Fluktuationen und Pensionierungen realisieren. Dazu wird darauf verwiesen, dass in den betroffenen Berufsgruppen ohnehin 500 Mitarbeiter pro Jahr die Stelle wechseln und 1300 pensioniert werden. (Volker Richert)

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