SBB crowdsourcen Algorithmus-Ideen zur Fahrplan-Optimierung

13. August 2018, 12:23
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Damit der SBB-Betrieb weiterhin rund läuft, soll ein neuer Algorithmus helfen, die Fahrpläne zu optimieren.

Damit der SBB-Betrieb weiterhin rund läuft, soll ein neuer Algorithmus helfen, die Fahrpläne zu optimieren.
Dafür rufen die SBB im Zuge eines Wettbewerbs interessierte Entwickler dazu auf, Vorschläge einzureichen: Auf der Web-Plattform "CrowdAI" der ETH Lausanne (EPFL) bieten sie als ersten Preis 7'000 Franken für einen Algorithmus, welcher die SBB-Planerinnen beim Erstellen der Fahrpläne unterstützt. Der zweit- und drittbeste Vorschlag werden mit 5'000 und 3'500 Franken prämiert.
Die Herausforderung: Zugfahrpläne seien ein "NP-schweres Problem", schreiben die SBB auf CrowdAI: Wenige Züge zu planen sei einfach, aber mit der Anzahl Züge explodiere die Komplexität. Und zwar, weil die Fahrpläne verschiedener Züge voneinander abhängig sind aufgrund von Anschlüssen, und weil Züge sich auf dem gleichen Gleis nicht überholen können.
Die derzeit bei den SBB verwendeten IT-Systeme leisteten nur begrenzte Unterstützung beim Planen, heisst es weiter: "Während diese Systeme alle über umfangreiche Visualisierungshilfen verfügen, gibt es nur wenig Hilfe bei der Konflikterkennung und noch weniger bei der Konfliktlösung. Da komme es auf das Wissen und die Erfahrung menschlicher Planer an, die aber mit zunehmender Anzahl Züge an ihre Grenzen stossen.
An einer kommerziellen IT-Lösung, die diese Lücke füllen könnte, fehlt es bisher. Ziel des Wettbewerbs sei daher, die bestehende interne Forschung mit neuen, innovativen Lösungsansätzen zu ergänzen, führten die SBB auf Anfrage der Agentur 'Keystone-SDA' aus.
In der Ausschreibung sowie via Gitlab-Repo spezifizieren die SBB-Verantwortlichen die Rahmenbedingungen. Darunter ist diejenige, dass eine Lösung unter einer Open-Source-Lizenz publiziert werden muss. Ausserdem muss die Lösung mit 32 CPU Cores, 256 GB RAM bewältigbar sein (GPU erlaubt).
Bei der Fahrplan-Optimierung kooperieren die SBB mit verschiedenen Hochschulen und werden das auch in Zukunft tun. Der Ansatz, ausserdem per Crowdsourcing nach Lösungen zu suchen, ermögliche es, "den Blick über den Tellerrand schweifen und uns inspirieren zu lassen".
Noch bleiben den Interessierten 87 Tage Zeit, um am Wettbewerb teilzunehmen. Erste Vorschläge sind bereits eingereicht worden. (mag/sda)

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