SBB kündigt T-Systems nicht

29. März 2010, 09:54
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Outsourcer T-Systems kann sich sogar über ein erhöhtes Auftragsvolumen freuen. Entscheid über SCIS steht noch aus.

Outsourcer T-Systems kann sich sogar über ein erhöhtes Auftragsvolumen freuen. Entscheid über SCIS steht noch aus.
T-Systems hat den Einzug des neuen SBB-CIOs Peter Kummer "überlebt" und bleibt, ohne eine Neuausschreibung durchstehen zu müssen, bis mindestens 2015 einer der beiden grossen Outsourcing-Partner der Bundesbahnen. Die SBB haben den ursprünglich bis 2010 abgeschlossenen Outsourcing-Vertrag mit T-Systems Schweiz für den Betrieb der zentralen IT-Dienste (RZ-Betrieb, vor allem Mainframes und Middleware) verlängert, beziehungsweise die damals festgeschriebene Option auf eine "vorzeitige Kündigung" nicht wahrgenommen.
"Wir setzen auf Kontinuität, wenn Preis und Qualität unserer Lieferanten stimmen", so der trockene Kommentar von Peter Kummer, dem neuen Leiter der SBB Informatik. "Wir nehmen daher unsere Kündigungsoption nicht wahr."
Neues Auftragsvolumen 160 Millionen Franken
Die aus dem Jahr 2005 stammenden Verträge mit T-Systems gelten nun weitere fünf Jahre bis 2015. Zusätzlich gibt es gemäss SBB-Sprecher Reto Kormann eine Option für den Betrieb der Hostrechner bis 2018.
Die bestehenden Verträge wurden von SBB und T-Systems überarbeitet, wobei das Auftragsvolumen nicht gesunken, sondern sogar etwas gestiegen ist: Wie uns Reto Kormann erklärte, beträgt es nun 160 Millionen Franken für die nächsten fünf Jahre. Der ursprüngliche Auftrag hatte ein Volumen von 140 Millionen Franken. Im neuen Vertrag wurde zusätzlich zu den bisherigen Leistungen unter anderem ein "Service-Credit"-Modell eingeführt, das die Bedeutung der Anwendungen für die SBB "stärker als bisher berücksichtigen" und dadurch mehr "Business-Nähe" schaffen soll.
SCIS muss noch zittern
T-Systems Schweiz ist seit rund zehn Jahren Outsourcing-Partner der SBB. 2005 entschied sich die Bundesbahn allerdings dafür, den damals knapp 280 Millionen Franken schweren Auftrag für den Betrieb der IT in drei Teilprojekte aufzuteilen und öffentlich auszuschreiben. SCIS gewann auch den SAP-Betrieb, der vorher von HP geleistet wurde.
Der gegenwärtige Vertrag mit SCIS für Desktop-Outsourcing und SAP-Betrieb läuft noch bis 2012. Für die Entscheidung darüber, ob "Preis und Qualität" auch beim zweiten grossen Outsourcer für die SBB noch stimmen, oder ob die bei SCIS liegenden Aufträge neu ausgeschrieben werden, kann sich Kummer also noch etwas Zeit lassen. Diese Entscheidung könnte aufgrund der gewaltigen Anfangsschwierigkeiten von SCIS bei der Übernahme des Desktop-Betriebs SBB-intern einiges umstrittener sein. (Hans Jörg Maron)

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