SBB lanciert Tracking-Projekt, um Reisende besser zu verstehen

22. Oktober 2018, 10:57
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Adressieren die SBB bisher über Insel-Lösungen mit verschiedenen Applikationen die optionale Möglichkeit zum Tracking von Kunden, so strebt die Firma neu eine "universelle Lösung" an.

Adressieren die SBB bisher über Insel-Lösungen mit verschiedenen Applikationen die optionale Möglichkeit zum Tracking von Kunden, so strebt die Firma neu eine "universelle Lösung" an. Das teilt die Pressestelle der SBB mit und erklärt damit die Ausschreibung unter dem Titel "Journey Mapping SBB" von letzter Woche. Gesucht wird demnach ein "Serviceprovider für die Bereitstellung, die Weiterentwicklung, und den Betrieb eines SaaS, der es der SBB erlaubt, die Reiseinformationen ihrer Kunden zu erfassen und auszuwerten". Es soll also ein Provider gefunden werden, "der eine einheitliche Lösung für bisherige Datenerfassungen anbietet".
Tracking-Optionen böten aktuell Apps wie "Reise-Cockpit" (erfasst automatisch Bahnfahrten in der Schweiz und macht Statistiken), "EasyRide" (automatisches Ticketing), "MyWay" (GPS-Tracking von Reisewegen) oder "Mein Bahnhof" (Informationen zu Geschäften und Services an Bahnhöfen). Dies teilt auf Anfrage SBB-Sprecher Oliver Dischoe mit. Bei dem nun lancierten Digitalisierungsprojekt gebe es auch viele Berührungspunkte zu anderen strategischen Vorhaben wie der "Vertriebslandschaft 2020", führt er weiter aus. Doch handle es "sich nun aber um ein eigenständiges Vorhaben".
Man strebe mit der neuen Lösung an, die Bedürfnisse der Bahnfahrer "besser zu verstehen und sie künftig besser auf der Reise zu begleiten, wenn sie das wünschen". So will die SBB beispielsweise Echtzeitinformationen während der Reise abrufen können, um etwa zu erfahren, wie viele Reisende aktuell auf welchem Zug sind.
Als zentralen Punkt der Ausschreibung verweist Dischoe auf den Datenschutz der Kunden, der bisher schon garantiert sei: "Es wurden und werden nur Kunden getrackt, die ihr Einverständnis dazu gegeben haben (Opt-In)". Dabei liege die Datenhoheit stets bei der SBB.
Als weiteren interessanten Punkt aus Kundensicht verweist Dischoe darauf, dass die künftige Lösung möglichst batterieschonend auf den Smartphones laufen soll, da GPS-Funktionen bekanntlich Stromfresser sind, wie er anfügt.
Wer sich um den Auftrag bewerben will, hat bis zum 14. November die entsprechenden Unterlagen einzureichen. Mit der Umsetzung soll dann Anfang August nächsten Jahres begonnen werden. Der Auftrag wir für fünf Jahre vergeben und kann verlängert werden. (vri)

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