SBS will Rechenzentren und Callcenter zusammenlegen

31. August 2006, 08:33
  • international
  • schweiz
image

Nur noch 20 "Produktionszentren" weltweit: Auswirkungen auf SBS in der Schweiz noch unklar.

Nur noch 20 "Produktionszentren" weltweit: Auswirkungen auf SBS in der Schweiz noch unklar.
Um kaum einen anderen IT-Dienstleister haben sich in den letzten Monaten mehr Gerüchte gerankt als um Siemens Business Services. Ein Mitgrund dafür war sicher auch die Angewohnheit der Siemens-Verantwortlichen, ihren gerade aktuellen Meinungsstand häppchenweise und oft schwammig formuliert der Presse vorzutragen, aber keine offiziellen Mitteilungen zu machen.
Nun scheint immerhin auf diesem Weg wieder einmal eine konkretere Information an die Öffentlichkeit gelangt zu sein. Christian Oecking, Chef des weltweiten SBS-Outsourcing-Geschäfts, erklärte in einem Interview mit der 'Financial Times Deutschland', dass die Siemens-IT-Tochter massiv umgebaut werden solle. Insbesondere würden weltweit Rechenzentren und Callcenter geschlossen und in etwa 20 "Produktionszentren" zusammengefasst. Man wolle die "industrielle Produktion von IT-Dienstleistungen" vorantreiben, so Oecking, und SBS "zentraler und effizienter" als bisher steuern. Die 'FTD' schloss daraus, dass dadurch auch der der Einfluss der Siemens-Ländergesellschaften zurückgehen würde.
Aus den Aussagen Oeckings kann auch geschlossen werden, dass frühere Verkaufsabsichten bei Siemens zumindest momentan tatsächlich vom Tisch sind und stattdessen eine Sanierung aus eigener Kraft angepackt wird.
In der Schweiz bereits auf zwei RZs reduziert
Auf die Frage, ob die von Oecking geäusserten Pläne auch bei SBS in der Schweiz Auswirkungen haben, konnte man uns bei Siemens noch keine abschliessende Antwort geben. Wie schon bei früheren Anfragen betonte Siemens-Pressesprecher Claudio Mascolo allerdings, dass SBS hierzulande in den schwarzen Zahlen operiere. Viele der Massnahmen, die nun für die weltweite Organisation geplant würden, seien hierzulande "schon lange" umgesetzt worden.
Dies treffe zum Beispiel auch auf die Zahl der Rechenzentren zu. Von früher dreizehn wurde die Zahl bereits auf zwei reduziert, eines in Zug und eines in Zürich. In der Schweiz gibt es auch schon jetzt nur ein Call Center, das sich in Zürich befindet. (Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr zum Thema

image

"Zoogler" sorgen sich um ihre Jobs

Wie viele Schweizer Arbeitsplätze vom weltweiten Stellenabbau bei Google betroffen sind, ist noch nicht klar.

publiziert am 25.1.2023
image

Datenleck bei der Fremdsprach-App Duolingo?

In einem Darkweb-Forum werden die Daten von 2,6 Millionen Accounts zum Verkauf angeboten. Doch das Unternehmen bestreitet eine Sicherheitsverletzung.

publiziert am 25.1.2023
image

Hochschule Luzern tritt Blockchain Research Institute bei

Dem Netzwerk gehören zahlreiche internationale Unternehmen, Forschungsinstitute und staatliche Institutionen an. Gefördert werden soll insbesondere das Gemeinwohl.

publiziert am 25.1.2023
image

Ukraine will bei IT-Security stärker mit der NATO zusammenarbeiten

Das von Russland angegriffene Land will offizieller Partner des "Joint Center for Advanced Technologies in Cyber Defense" der Nato werden. Andere Länder könnten davon profitieren.

publiziert am 25.1.2023