Schaeppi: "Der Geschäftsverlauf in den ersten neun Monaten ist sehr erfreulich"

6. November 2014, 07:54
  • telco
  • swisscom
  • geschäftszahlen
image

Swisscom macht mehr Umsatz und Gewinn.

Swisscom macht mehr Umsatz und Gewinn.
Swisscom hat in den ersten neuen Monaten klar zugelegt. Neben Umsatz und Betriebsergebnis konnte der "Blaue Riese" erstmals in diesem Jahr auch wieder den Reingewinn steigern. Dies ist unter anderem Sondereffekten zu verdanken.
So brachten der Verkauf von Liegenschaften sowie die Aufwertung einer Beteiligung an einem Teil der Publigroupe dank der Übernahme des Westschweizer Unternehmens ausserordentliche Erträge, wie Swisscom-Finanzchef Mario Rossi am Donnerstag in einer Telefonkonferenz erklärte. Unter dem Strich konnte die Swisscom den Reingewinn um 6 Prozent 1,349 Milliarden Franken erhöhen.
Der grösste Teil der Steigerung sei aber auf die operative Verbesserung zurückzuführen, erklärte Rossi. Insgesamt stieg der Umsatz um 2 Prozent auf 8,629 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) kletterte um 3,8 Prozent auf 3,372 Milliarden Franken.
Damit hat Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde übertroffen. Analysten hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP bei einem Umsatz von 8,584 Milliarden Franken mit einem EBITDA von 3,335 Milliarden Franken und einem Reingewinn nach Minderheiten von 1,253 Milliarden Franken gerechnet.
Dennoch knickte die Aktie an der Schweizer Börse bis gegen 11.30 Uhr um gut drei Prozent ein. Denn ohne die Sondereffekte habe der Telekomriese die durchschnittlichen Markterwartungen nur getroffen, kritisierten Analysten gemäss AWP. Da eine positive Überraschung ausgeblieben sei, würden die Anleger nach der guten Kursentwicklung der vergangenen Wochen Gewinne mitnehmen.
Schaeppi erfreut
Swisscom-Chef Urs Schaeppi zeigte sich dagegen zufrieden: "Wir weisen ein sehr erfreuliches Ergebnis in den ersten neun Monaten aus. Trotz hohem Preisdruck setzte sich das Wachstum bei Umsatz und Betriebsergebnis fort."
Swisscom habe zwar durch den Preisverfall im Schweizer Kerngeschäft 280 Millionen Franken eingebüsst. Davon stammten alleine 125 Millionen Franken aus der Senkung der Tarife für die Benutzung des Handys im Ausland, sagte Schaeppi. Dies habe Swisscom aber durch mehr Kunden und grössere Nutzung ihrer Angebote, die 363 Millionen Franken in die Kasse brachten, mehr als wettmachen können.
Der Trend zu Bündelangeboten und Preismodellen mit Pauschaltarifen sei ungebrochen, hiess es weiter. Der Umsatz mit Bündelangeboten stieg um einen Viertel auf 1,4 Milliarden Franken. Wichtigste Treiber dieses Geschäfts seien Fernsehen und Mobilfunk, schrieb die Swisscom.
"Wir haben jetzt 1,13 Millionen TV-Kunden", sagte Schaeppi. Das seien 182'000 oder fast ein Fünftel mehr als vor einem Jahr. Damit machte der Telekomkonzern weiter Boden gut auf die Nummer 1: Marktführerin UPC Cablecom hatte Ende September nach einem Verlust von knapp 20'000 Kunden noch 1,411 Millionen TV- Kunden unter Vertrag.
Auch die Zahl der Mobilfunkkunden erhöhte sich bei der Swisscom um 153'000 auf 6,5 Millionen. Man habe kaum Kundenverluste wegen des Einstiegs von Cablecom in den Mobilfunk, sagte Schaeppi.
Festnetz lässt Federn
Dagegen spürt der grösste Schweizer Telekomkonzern die Konkurrenz der Kabelnetzbetreiber im Festnetz, das erneut 94'000 Kunden auf noch 2,81 Millionen Abonnenten verlor.
Und dies trotz des Ausbaus des Glasfasernetzes. Von den 830'000 erschlossenen Haushalten und Geschäften sind mittlerweile über 100'000 zahlende Kunden. Wöchentlich kämen über 1000 neue Kunden hinzu, sagte Sprecher Sepp Huber.
Auch die italienische Breitbandtochter Fastweb konnte Umsatz und Betriebsgewinn steigern. Man habe Kunden gewonnen trotz der Rezession in Italien, sagte Schaeppi.
Obwohl wieder einmal Gerüchte über einen Verkauf von Fastweb kursierten, stellte der Swisscom-Chef klar: "Wir wollen Fastweb heute nicht verkaufen, sondern weiterentwickeln" - ausser jemand biete einen "sensationellen Preis." (sda/lvb)

Loading

Mehr zum Thema

image

Also will für bis zu 100 Millionen Euro Aktien zurückkaufen

Der Distributor lanciert einen Aktienrückkauf. Also-Konzernchef Möller-Hergt hält die Papiere derzeit für unterbewertet.

publiziert am 9.8.2022
image

Techinvestor Softbank mit Riesenverlust durch Börsen-Talfahrt

Der japanische Konzern muss einen Quartalsverlust in zweistelliger Milliardenhöhe verbuchen. Viele Tech-Titel schlagen negativ zu Buche.

publiziert am 9.8.2022
image

Tessiner Startup xFarm sammelt 17 Millionen

Die Finanzierungsrunde des Anbieters einer Plattform für das Management von Bauernhöfen wird von Swisscom Ventures angeführt.

publiziert am 8.8.2022
image

Die Infrastruktur-Gigan­ten müssen sich transfor­mieren

DXC und Kyndryl melden 10% Umsatzrückgang, sehen sich aber auf gutem Weg.

publiziert am 5.8.2022