Schloter: "Wir werden die Preise weiter senken müssen"

11. November 2008, 11:10
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Nach langem Hin und Her akzeptiert Swisscom den von der ComCom festgelegten Preis für die letzte Meile. Konzernchef Schloter glaubt, dass die Telekom-Preise unter Druck kommen werden.

Nach langem Hin und Her akzeptiert Swisscom den von der ComCom festgelegten Preis für die letzte Meile. Konzernchef Schloter glaubt, dass die Telekom-Preise unter Druck kommen werden.
Swisscom akzeptiert den im September von der Kommunikationskommission (ComCom) festgelegten.
Trotzdem Gang ans Bundesverwaltungsgericht
In einer Mitteilung schreibt der ehemalige Telekom-Monopolist, dass die von der ComCom für die Jahre 2007 und 2008 beschlossenen Preise für den entbündelten Teilnehmeranschluss sowie die um 20 bis 30 Prozent tieferen Interkonnektionspreise (Verbindung der Netze der Telekom-Anbieter) akzeptiert würden. Das Unternehmen verzichtet diesbezüglich auf einen Weiterzug an die nächste Instanz.
Trotzdem stehen nach Ansicht von Swisscom Teilbereiche der betroffenen Verfügung im Widerspruch zu anderen gesetzlichen Bestimmungen. Damit sind vor allem die um 55 bis 85 Prozent gesenkten Kollokationspreise (Zugang zu den Telefoniezentralen für die Swisscom-Konkurrenten) gemeint. Laut Swisscom müssen die Kosten für Sicherheitsmassnahmen im Kollokationspreis berücksichtig werden. Deshalb wird das Unternehmen zumindest in dieser Sache an das Bundesverwaltungsgericht gelangen.
Sinken die Preise?
In einem Interview mit der 'Berner Zeitung' sagte Konzernchef Carsten Schloter, dass Swisscom mit dem Weiterzug des Entscheids vielleicht einen Entbündelungspreis hätte herausholen können, der 1 Franken höher liege als die verfügten 18.18 Franken. "Aber am Ende des Tages ist dies mit mehr Unsicherheiten für unsere Mitbewerber und auch für uns verbunden", so Schloter. Zudem habe man damit vermeiden wollen, dass 2009 erneut ein Preiskampf ausgefochten worden wäre.
Schloter geht nicht davon aus, dass "vier oder fünf Franken Unterschied" beim entbündelten Teilnehmeranschluss Auswirkungen auf die Konsumentenpreise haben. Die Grundgebühr von 25.25 Franken werde jedoch längerfristig unter Druck kommen. "Natürlich können wir die Preise nicht dort lassen, wo sie heute stehen. Wir werden sie weiter senken müssen. Ich glaube aber nicht, dass unsere Mitbewerber den Schmalbandanschluss isoliert anbieten werden und ein direktes Konkurrenzangebot aufsetzen zu den 25.25 Franken", so Schloter. Die Konkurrenten würden die Preise vielmehr durch Bündelangebote ins Wanken bringen. (Maurizio Minetti)

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