Schneller und schneller – nach G.fast testet Swisscom nun NG.fast

19. Oktober 2017, 14:42
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Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass Swisscom mit der --http://www.

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass Swisscom mit der Einführung von G.fast begonnen hat. Seither kommt beim schweizweiten FTTS-Ausbau (Fibre to the Street) fast ausschliesslich G.fast-taugliche Hardware zum Einsatz. Damit werden laut Swisscom bei der Datenübertragung auf kurzen Kupferkabeln in Kombination mit Glasfaser Bandbreiten von bis zu 500 Mbit/s erreicht, wenn diese kürzer als 100 Meter sind. Unter rund 200 Meter Länge sollen immerhin noch 300 Mbit/s erreichbar sein. Derzeit würden bereits rund 70'000 Wohnungen und Geschäfte Bandbreiten bis zu 500 Mbit/s nutzen, so eine Mitteilung von heute.
Doch bei dem via G.fast erhöhten Tempo ist noch keineswegs das Ende erreicht, wie es nun heisst. Das Zauberwort für noch mehr Speed heisst diesmal NG.fast. Bereits seit August 2017 testet Swisscom laut eigenen Angaben als "eines der ersten ICT-Unternehmen weltweit" in ihrem Labor NG.fast mit Vectoring über zwei Leitungen. Man sei in bisher ungeahnte Sphären vorgedrungen, Bandbreiten von bis zu fünf Gbit/s sind zum Greifen nah, meint der Telekom-Riese euphorisch.
Die Tests würden einmal mehr mit Huawei Schweiz durchgeführt. Technisch nutze NG.fast eine Anwendung in einem aktiven Netzelement, das mit Glasfasern erschlossen wird und das optische Signal in ein elektromagnetisches umwandelt. "Ab diesem Netzelement, das entweder kurz vor Gebäuden in der Strasse oder bei grösseren Gebäuden im Keller liegt, wird das Signal über bestehende Kupferkabel bis zum Kunden geführt", so die Mitteilung.
Erste Resultate mit NG.fast
Die Laborversuche mit NG.fast haben jetzt schon gezeigt, dass bei bestimmten Distanzen und der richtigen Kabelqualität Bandbreiten zwischen einem und fünf Gbit/s erreicht werden können: "Aufgrund der sehr hohen Frequenz von 500 MHz ist die Technologie auf kurze Kupferkabel-Distanzen bis maximal 100 Meter ab einem Glasfaser-Kupfer-Übergangspunkt angewiesen". Laut Swisscom dürfte sich NG.fast deshalb vor allem bei Fibre to the Building (FTTB) durchsetzen. Obwohl die Chancen gut sind, ist noch unklar, ob die Technik bei Swisscom überhaupt zum Einsatz kommt. (vri)

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