"Schockzustand" bereits überwunden?

30. Juni 2015, 14:38
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Die ICT-Branche in der Schweiz blickt etwas positiver aufs dritte Quartal.

Die ICT-Branche in der Schweiz blickt etwas positiver aufs dritte Quartal.
Ende März sah der ICT-Verband Swico die Branche noch in einem "Schockzustand" nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank im Januar. Heute nun gibt Swico bereits teilweise Entwarnung: Die Schweizer ICT-Branche habe den Schock überwunden und blicke wieder optimistischer in die Zukunft.
Grundlage für diese Aussage ist der vierteljährlich erhobene Swico ICT Index. Dieser basiert auf Prognosen für die Zukunft und widerspiegelt somit nicht direkt Umsätze oder Verkaufszahlen, sondern die Erwartungen für das kommende Quartal. Um saisonale Unterschiede auszugleichen, werden die Zahlen mit der entsprechenden Periode des Vorjahres verglichen.
Optimistische Consulter
Der Index steigt gemäss den neusten Angaben für das dritte Quartal um 7 Punkte auf 105,3 Punkte. Traditionell "pessimistische" Segmente wie Consumer Electronics und Imaging/Printing/Finishing sehen zwar weiterhin nicht viel Licht am Ende des Tunnels, doch hat sich auch bei ihnen ihrer Ansicht nach die Situation etwas verbessert.
Positiver eingestellt sind Vertreter der Teilbereiche Consulting, Software und IT-Services. Der Indexwert unter den Consultern steigt um mehr als 7 Punkte auf 112,5 Punkte und ist damit so hoch wie zuletzt im Jahr 2012. Sowohl beim Umsatz als auch bei der Bruttomarge zeichnet sich das Segment Consulting durch den grössten Optimismus der Branche aus. Service-Anbieter (102,2) und Softwarehersteller (102,6) erwarten ebenfalls mehr Umsatz, doch macht ihnen der Preiszerfall und die sinkende Bruttomarge zu schaffen.
Die Herausforderungen bleiben aber zahlreich. So sorge das verstärkte Preisgefälle zwischen der Schweiz und dem EU-Umfeld nicht nur für ansteigende Direktimporte und Preiserosion, sondern auch für einen zunehmenden Wettbewerb mit ausländischer Konkurrenz. Dies äussere sich in der vermehrten Suche nach neuen Märkten und Leistungsangeboten und bestätige sich ebenfalls in den zurückhaltenden Erwartungen an die konjunkturelle Entwicklung. Es bleibe also abzuwarten, wie es der Branche gelingen werde, diesen neuen Herausforderungen zu begegnen, urteilt Swico. (mim)

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