School-Opensource gegen Fachkräftemangel

13. Mai 2011, 10:14
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Statt an den Schulen sklavische Anwender von Standardsoftware heranzuziehen, soll der Nachwuchs mit quelloffener Software für einen kreativen Umgang mit Computern und Informatik begeistert werden.

Statt an den Schulen sklavische Anwender von Standardsoftware heranzuziehen, soll der Nachwuchs mit quelloffener Software für einen kreativen Umgang mit Computern und Informatik begeistert werden.
Kathy Riklin, CVP-Nationalrätin, Mitgründerin der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit lindern. Diese Absichtserklärung für sich ist nicht unbedingt eine Nachricht, spannend ist allerdings der Ansatz der ehemaligen Mittelschullehrerin: Der Umgang mit Opensource-Software soll Schülerinnen und Schüler aus der Rolle von Konsumierenden holen und sie für IKT-Technologien begeistern.
Neugier und Kreativität wecken
"In der Schule wird heute Informatik nur angewendet, aber die Gestaltungsmöglichkeiten der neuen Technologien werden längst nicht ausreichend vermittelt", lässt sich Riklin zitieren. "Quelloffene Software stellt ein grosses Potenzial dar, die Neugier und Kreativität von Jugendlichen im Umgang mit Informatik zu wecken." Gleichzeitig würde Opensource-Software die Chancengleichheit unter den Schülerinnen und Schülern fördern und Lizenzkosten eingesparen.
Man könnte - etwas zugespitzt - auch formulieren: Statt den Nachwuchs mit teuren Microsoft-Apple-Adobe-Produkten zu sklavischen Anwendern von Standardsoftware zu machen, sollen quelloffene Programme sie zu Gestaltern in einer kreativen IT-Welt machen.
Modelleisenbahnen steuern und ein Lernstick
Nächste Woche soll Lehrpersonen an einer Tagung der Swiss Open Systems User Group gezeigt werden, was im Unterricht möglich wäre. Zum Beispiel, wie mit dem quelloffenen Programm Scratch des MIT Spiele programmiert, oder mit der aus Italien stammenden Physical-Computing-Plattform Arduino eine Modelleisenbahn gesteuert werden kann. Es gibt aber auch weniger lustbetonte Themen wie "Prüfungen am Computer".
Ebenfalls interessant dünkt den Schreibenden ein Projekt von Educa.ch, dem Schweizer Medieninstitut für Bildung und Kultur, das ebenfalls an der Tagung traktandiert ist: Beim so genannten educa.Lernstick handelt es sich um einen USB-Stick mit eigenem Betriebssystem und Lernprogrammen, Multimediasoftware, einem Office-Paket, Spielen, Programmen für die digitale Bildbearbeitung, Internet-Applikationen und Speicherplatz für die persönlichen Daten. (Philippe Kropf)

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