Schottische Polizisten wechseln von Linux zurück auf Windows

12. August 2005, 12:04
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Haben die Schotten einfach gut verhandelt oder ist Windows wirklich billiger?

Haben die Schotten einfach gut verhandelt oder ist Windows wirklich billiger?
Microsoft hat der Open-Source-Community einen prestigereiche Auftrag abgejagt. Die "Central Scotland Police" wird Linux und StarOffice durch Windows 2003 Server, Windows XP und MS Office ersetzen. Die Schotten hatten sich erst vor fünf Jahren zum Wechsel auf Open-Source-Produkte entschieden. Gemäss Microsoft wird die schottische Zentralpolizei durch diesen Schritt 30 % der Unterhaltskosten und 25 % Arbeitszeit des IT-Personals einsparen.
Microsoft spart in der Mitteilung zum prestigereichen Projekt-Gewinn naturgemäss nicht mit Eigenlob. Der Wechsel von Linux / Openoffice zu MS bringe der schottischen Polizei viele Vorteile. So brauche man weniger Applikationen kundenspezifisch anzupassen, man habe mehr Kompatibilität zu anderen Organisationen, eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit, weniger Betriebssysteme und eine grössere Auswahl an verfügbaren Programmen.
Ein Schlag für die Open-Source-Welt
Der Rückzieher der Schotten aus der Open-Source-Welt ist kommerziell nicht sehr bedeutend. 'The Register' schreibt, die Umstellung koste die schottische Polizei gerade mal 60'000 Pfund an Lizenzkosten. Aber ideologisch ist er ein heftiger Schlag gegen die Open-Source-Welt. Denn für die Schotten wurde die Entwicklung einer neuen Software, die Dokumente gemäss dem 'Freedom of Information Act' an Bürger freigeben sollte, zu teuer. Dafür benützt man nun Microsofts Share Point Portal Server - ein Standardprodukt.
Die Macht der installierten Basis
Microsoft erhält dank den Schotten einige gute Argumente in der Diskussion, ob Microsoft-Technologie oder Open-Source-Umgebungen den Kunden günstiger zu stehen kämen. Dabei nützt Microsoft vor allem die "Macht der installierten Basis": Es gibt mehr kommerzielle Standardprodukte für Windows als für Linux, die AnwenderInnen sind sich an das Windows "Look & Feel" gewöhnt und es ist einfacher eine reine Windows-Umgebung zu betreiben als eine reine Linux-Umgebung. Die meisten Organisationen haben irgendwo eine spezifische Applikation, die nach Windows verlangt. Die Serverkonsolidierung in Richtung Windows wird damit einfacher als in Richtung Linux oder Unix. Und jede Serverkonsolidierung spart per se Geld. (Christoph Hugenschmidt)

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