Schul-IT-Projekt in Schwyz gescheitert

12. Mai 2014, 11:36
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Nach mehreren Anläufen zieht der Kanton Schwyz die Reissleine beim E-Government-Projekt "schuldatenverwaltung.sz".

Nach mehreren Anläufen zieht der Kanton Schwyz die Reissleine beim E-Government-Projekt "schuldatenverwaltung.sz".
Im Kanton Schwyz ist ein vor fünf Jahren eingeleitetes Projekt zur Vereinheitlichung der Schul-Informatik gescheitert. Für das Projekt "schuldatenverwaltung.sz" hatte nach einer entsprechenden Ausschreibung im März 2010 der auf Gemeindesoftware spezialisierte Hersteller Dialog den Zuschlag erhalten. Das Volumen betrug rund 1,2 Millionen Franken. Wie oft in solchen Fällen werden nun "rechtliche Schritte geprüft".
Harte Kritik an Dialog
Das Projekt ist im Rahmen des kantonalen E-Government-Gesetzes gestartet worden. Ziel war es, mit einer gemeinsamen kantonalen Daten- und Arbeitsplattform für den Volksschulbereich sämtliche administrativen Prozesse, das Controlling und die Statistik der Schulen des Kantons Schwyz zu vereinheitlichen. Die Plattform sollte die bisher eingesetzten 13 Verwaltungsprogramme in den Schulen und Ämtern ablösen.
Doch bereits ein Jahr nach dem Zuschlag kam es zu ersten Schwierigkeiten. Der Kanton verlangte eine Verbesserung der Termineinhaltung und Kommunikation. Die Projektorganisation des Anbieters arbeite nicht zufriedenstellend, hiess es damals. Einige Monate später wurde das Projektende von Ende 2011 auf Juli 2012 verschoben. Grund: Mangelnde Managementkompetenz und mangelnde Ressourcen bei Dialog. Das Projekt sei ein Entwicklungsprojekt und nicht wie angenommen ein Einführungsprojekt, stellte der Kanton damals fest. Anfang 2012 wurde das Projekt dann in reduzierter Form neugestartet - doch es gab erneut Verzögerungen. Jetzt hat der Projektausschuss "den geordneten Rückzug aus dem Projekt" beschlossen, wie es in einer Folienpräsentation des Kantons heisst.
Nur nichts überstürzen
Was nun bleibt, ist eine Übergangslösung für das nächste Jahr (mit Option um Verlängerung um ein weiteres Jahr). Diese mit Dialog abgesprochene Übergangslösung verschaffe dem Kanton die Möglichkeit, zusammen mit den involvierten Schulträgern nach Nachfolgelösungen zu suchen. Wer für welche Teile nach Ersatzlösungen suchen wird, ist noch Gegenstand der Diskussionen im Projektausschuss.
Aktuell sei es noch verfrüht, Aussagen zu einer Zukunftslösung des Projekts machen zu wollen. Der Ball liegt nun beim Projektausschuss, der in den kommenden Monaten entscheiden soll. Vorderhand gelte es, den aktuellen Stand zu sichern und "nicht überstürzt oder unbedacht neue Risiken in Bezug auf IT-Projekte einzugehen", teilt der Kanton mit.
Stefan Fellmann, Geschäftsführer von Dialog, wollte sich auf Anfrage von inside-it.ch nicht zum Sachverhalt äussern. Man stehe im direkten Kontakt mit dem Kanton Schwyz, so Fellmann. (mim)

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