Schulterschluss im Schweizer Glasfaser-Business

3. Juli 2013, 07:00
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Swiss Fibre Net und die Energieversorger aus Zürich und Basel nähern sich an. Geplant ist die Gründung einer neuen Gesellschaft, welche die Bestellplattform Alex betreiben und weiterentwickeln soll. Swisscom ist vorerst nicht mit dabei.

Swiss Fibre Net und die Energieversorger aus Zürich und Basel nähern sich an. Geplant ist die Gründung einer neuen Gesellschaft, welche die Bestellplattform Alex betreiben und weiterentwickeln soll. Swisscom ist vorerst nicht mit dabei.
Andreas Waber (Foto) schafft den Brückenschlag: Der CEO von Swiss Fibre Net
(SFN) hat die beiden Energieversorger aus Zürich und Basel doch noch irgendwie ins Boot geholt. SFN wurde im März dieses Jahres von vier Energieversorgern gegründet, um in Sachen Glasfasernetze Synergien und vor allem einen Kontrapunkt zu Swisscom zu schaffen. Doch der im Schweizer Glasfaserbusiness gewichtigste Energieversorger - das Stadtzürcher EWZ - ist nicht dabei, ebenso wenig die Industriellen Werke Basel (IWB). Doch nun zeigten EWZ und IWB Kompromissbereitschaft; es konnte ein gemeinsamer Nenner gefunden werden.
Gründung einer AG geplant
Das Bestellportal Alex, das bislang Teil von SFN war, soll ausgegliedert werden. Per Anfang 2014 wolle man eine Alex AG gründen, sagt Waber im Gespräch mit inside-it.ch. Daran soll SFN die Mehrheit besitzen. Angedacht ist, dass EWZ und IWB Minderheitsanteile halten. Doch definitiv entschieden ist die Beteiligung der beiden Energieversorger noch nicht. Offiziell heisst aus Zürich und Basel, man arbeite an einer Lösung, damit die Plattform in Zukunft neutral betrieben und weiterentwickelt werden könne.
Die Bestellplattform Alex ist bereits seit längerem produktiv im Einsatz.
Sie wurde ursprünglich im Auftrag der fünf Energieversorger aus Bern, Basel, Zürich, Genf und St. Gallen von GPS Technik in Schlieren entwickelt (GPS gehört heute zu E-Globe Technologies). Die Alex AG soll nun - sollte alles nach Plan verlaufen - als neutrale Betriebsfirma im Auftrag von SFN, EWZ und IWB die Bestellplattform betreiben und weiterentwickeln.
Swisscom zurückhaltend
Die Ausgründung der Bestellplattform Alex hat einen guten Grund: Waber möchte die Voraussetzung schaffen, dass sich dereinst auch Swisscom daran beteiligen könnte. Swisscom ist beim Bau der Glasfasernetze zwar Partner der Energieversorger, doch bei der Vermarktung der Angebote sind sie Konkurrenten. Deshalb ist Swisscom bei SFN nicht erwünscht - bei Alex aber sehr wohl. Swisscom und die Energieversorger haben ein gemeinsames Interesse daran, dass es in der Schweiz eine Plattform gibt, um Bestellungen einheitlich und zentral abwickeln zu können. Letztlich soll dies den Konsumenten dienen, da sie so einfacher von einem Provider zum anderen wechseln können.
Doch Swisscom ist derzeit noch zurückhaltend: Es hätten in der Vergangenheit zwar Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit stattgefunden, teilt ein Sprecher mit. Swisscom sei prinzipiell offen für eine gemeinsame Bestellplattform, der Nutzen für Swisscom sei bisher jedoch beschränkt. Swisscom habe mit dem Wholesale Gateway (WSG) bereits eine entsprechende Lösung. (Maurizio Minetti)

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