Schulungen für Internet- und Handy-Laien

1. Juni 2005, 15:41
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"Help Points" in 45 Städten und Gemeinden: Public-Private-Partnerschaft zwischen Swisscom und seco.

"Help Points" in 45 Städten und Gemeinden: Public-Private-Partnerschaft zwischen Swisscom und seco.
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) und die Swisscom haben zusammen die Schulungs-Initiative "Help Point" ausgearbeitet. Diese richtet sich an Menschen, die im Umgang mit neuen Kommunikationsmitteln Schwierigkeiten haben. Im Rahmen der Initiative sollen ab dem 6. Juni Kurse zu den beiden Hauptthemen Handy und Internet angeboten werden. Es gibt vier fixe Veranstaltungsorte in Basel, Bern, Lausanne und Zürich.
Kurse auch auf dem Land
Dazu kommen aber noch 41 weitere Ortschaften in der Schweiz, die in einem Turnus von vier Bussen aus bedient werden sollen. Im nächsten Jahr soll die Tour der Busse auf rund 70 Gemeinden erweitert werden. Die Kurse sind allerdings nicht gratis: Swisscom verlangt einen "Unkostenbeitrag" von 50 Franken.
Die gesamte Organisation (Busse, Schulungspersonal usw.) wird von der Swisscom bereitgestellt. Das seco wird vor allem sein Netzwerk, zum Beispiel seine Kontakte mit den kantonalen Wirtschaftsförderungen und vielen Regionalverbänden ausnutzen, um die Leute, die erreicht werden sollen, auch an die Kurse zu bringen, wie Rudolf Schiess, Leiter Regional- und Raumordnungspolitik beim seco, gegenüber inside-it.ch erklärte.
(Problematische?) Public-Private-Partnerschaft
Ein Hauptanliegen des seco ist es, der Entwicklung eines "digitalen Grabens" zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Regionen vorzubeugen. "Die Infrastruktur ist heute ja in allen Regionen vorhanden", so Schiess, "aber oft fehlen die Kenntnisse, um sie zu nutzen.
Nimmt das seco aber mit dieser Zusammenarbeit nicht Partei für einen der Schweizer Telekommunikationsanbieter? Immerhin kann man bei Swisscom nachlesen, dass die Kurse dazu da seien, dass man "Handy, Internet und viele weitere Swisscom Dienstleistungen besser verstehen" könne. Rudolf Schiess erklärt dazu, dass das seco seinen Einfluss geltend gemacht habe, um eine gewisse Neutralität der Kurse zu sichern. Zum Beispiel stünden sie ja nicht nur den Swisscom-Kunden sondern allen Interessierten offen.
Das dabei für Swisscom ein Werbeeffekt herausschaut, ist aber auch Schiess klar. "Wenn wir alles chemisch rein halten wollen, kommt nie eine Public-Private-Partnerschaft zustande", meint er dazu ganz pragmatisch. Und ausserdem äussert er eine Kritik an den anderen Telcos: "In meiner langjährigen Tätigkeit ist nie je einer der anderen Anbieter auf uns zugekommen, um in den ländlichen Regionen etwas zu machen." (Hans Jörg Maron)

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