Schweiz bei Glasfaserausbau im europäischen Mittelfeld

13. März 2013, 11:09
  • telco
  • glasfaser
  • schweiz
image

Generell ist das Breitbandangebot aber im europäischen Vergleich sehr gut, vor allem auch in ländlichen Gebieten.

Generell ist das Breitbandangebot aber im europäischen Vergleich sehr gut, vor allem auch in ländlichen Gebieten.
Laut einer Studie zum Thema Hochbreitbandabdeckung befindet sich die Schweiz bezüglich des Ausbaus von Glasfasernetzen bis zu den Haushalten gegenwärtig noch im europäischen Mittelfeld. Die Pro-Kopf-Investitionen in den Glasfaserausbau sind hierzulande allerdings momentan deutlich höher als in vielen anderen Ländern, deshalb dürfte die Schweiz in diesem Ranking bald höher klettern.
Bezüglich der allgemeinen Abdeckung mit Breitbandinternet ist die Schweiz dagegen in der Spitzengruppe im europäischen Raum. Hierzulande haben 100 Prozent der Bevölkerung Zugang zu einem minimalen Breibandanschluss (mindestens 144 Kbps Downloadtempo). Das ist gegenwärtig erst in fünf weiteren Ländern im europäischen Raum der Fall (Holland, Belgien, Luxemburg, Grossbritannien und Cypern). Auch die meisten anderen Länder bieten allerdings eine Abdeckung mit Minimalbreitband von 90 Prozent oder höher.
Deutlich grösser sind die Unterschiede bei der Abdeckung mit Hochleistungsanschlüssen. Hierzulande haben 93 Prozent der Bevölkerung potentiell Zugang zu VDSL-Anschlüssen, Glasfaseranschlüssen oder Kabelanschlüssen mit Docsis 3. Diese Technologien haben das Potential, Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 30 Mbps oder mehr zu ermöglichen. Eine höhere Abdeckung gibt es nur in Holland, Belgien und Malta, andere Länder liegen deutlich darunter. In Österreich beträgt der Abdeckungsgrad zum Beispiel 63 Prozent, in Deutschland rund 60 Prozent, in Frankreich knapp 40 Prozent und in Italien nur gerade 10 Prozent. Besonders lobend wird in der Studie erwähnt, dass hierzulande im Gegensatz zu anderen Ländern die Abdeckung mit schnellen Internetanschlüssen auch in ländlichen Gebieten flächendeckend sehr hoch ist.
Die Studie, eine von Glasfasernetz Schweiz in Auftrag gegebene Ergänzung zu einer Studie der EU-Kommission, bildet den Stand von 2011 ab. Sie wurde gestern von Peter Bieri, dem Präsidenten der Parlamentarischen Gruppe Glasfasernetz Schweiz präsentiert. Wie Bieri findet, ist die relativ gute Stellung der Schweiz kein Grund, um sich auf den Loorbeeren auszuruhen: "Die Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft sind auf leistungsfähige Datenübertragungsnetze angewiesen. Es gilt daher seitens der Politik die Rahmenbedingungen derart festzulegen, dass Investitionsanrei-ze geschaffen werden und investitionshemmende staatliche Eingriffe vermieden werden. Die Investiti-onsdynamik muss auf einem hohen Niveau gehalten werden, damit die Standortattraktivität der Schweiz dank leistungsfähigen Datenübertragungsnetzen im internationalen Vergleich gestärkt werden kann". (Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr zum Thema

image

Exchange-Lücken: NCSC ist gefrustet

Trotz eingeschriebener Warnbriefe sind in der Schweiz immer noch 660 Server ungepatcht. Manchmal wurde die Annahme des Briefes auch verweigert.

publiziert am 6.2.2023
image

Swisscom verdient 2022 weniger

Aber das dürften wir eigentlich noch gar nicht wissen. Die Publikation der Geschäftszahlen war ein Versehen.

publiziert am 3.2.2023
image

In der Schweizer IT-Branche steigen die Löhne weiter

Michael Page hat seine neue Lohnübersicht veröffentlicht. Kandidatenmangel und Inflation führen zu steigenden Lohnerwartungen. Mit welchen Löhnen IT-Beschäftigte rechnen können.

publiziert am 2.2.2023
image

Basel führt Pflichtfach Medien und Informatik in der Sek ein

Bislang wurden die Themenbereiche Medien und Informatik in anderen Fächern zusammen gebündelt. Ab dem Schuljahr 2024/2025 will Basel-Stadt das ändern.

publiziert am 1.2.2023