Schweiz beta-testet neues MSN-Portal

27. September 2005, 13:20
    image

    Raffiniert: Eigene RSS-Feeds einbinden. Schwach: Nachrichten extrem Deutschland-lastig

    Google findet das Portal von MSN Schweiz noch "bedeutungslos".
    Heute Morgen stellte Microsoft in Wallisellen das neu gestaltete Portal von MSN der Presse vor. Für einmal ist die Schweiz ganz vorne, gibt es die neue Version von MSN doch erst in der Schweiz und in Malaysia.
    Man habe bei der Renovation von MSN stark auf die Wünsche der AnwenderInnen geachtet, sagte MSN-Europachef Joost Nienhuis. Und diese hätten klar weniger Werbung, mehr Geschwindigkeit und einfachere Navigation verlangt. So gibt es bei MSN Schweiz nur noch ein Werbefeld - der Rest ist, abgesehen von "Partner-Inhalten" (Tschibo, eBay, Match.com) werbefrei. Doch MSN-Kunden können ihre Werbung so gestalten, dass sie für einige Sekunden den eigentlichen Seiteninhalt überdeckt. Danach haben die User sicher nicht verlangt.
    Raffiniert ist hingegen die Gestaltung des Portals. Die einzelnen Gefässe (Wetter, Nachrichten, Musik) kommen als separate Feeds daher, die man auch weg-klicken kann.
    Ebenfalls raffiniert ist die Einbindung von RSS-Inhalten (real simple syndication, ein XML-Format für Nachrichten), mit dem man seine Inhalte, z.B. bestimmte Weblogs, selbst auswählen und einbinden kann. Ein erster Test, nämlich die Einbindung unseres eigenen RSS-Feeds, misslang aber. MSN brachte eine Fehlermeldung.
    Man kann übrigens auch eine bestimmte Suchabfrage, auf MSN Search als RSS-Feed abspeichern und in die Portalseite von MSN einbinden. Der Feed auf msn.ch zeigt dann laufend neue Treffer zum eingegebenen Thema an.
    Alte und sehr deutsche Nachrichten
    Stark verbesserungsfähig sind die Nachrichtengefässe. Unter Top-Themen gibt es zuoberst eine Nachricht der NZZ-Online von gestern - das haben wir unterdessen auch in der Zeitung gelesen. Die Reihenfolge der Nachrichten wird nach der Menge der Klicks berechnet - eine objektive und automatische Methode, die kaum den wirklich Bedürfnissen der Portal-Besucher entsprechen dürfte.
    Und die Nachrichten in den spezialisierten Gefässen (Wirtschaft, Sport, Unterhaltung) stammen fast alle aus Deutschland. Da sind lokale Portale, wie beispielsweise Bluewin.ch noch weit besser.
    Interessante Zukunft
    In naher Zukunft sollen zusätzliche Services, die ein Login benötigen, eingebaut werden. So wird man sich auf msn.ch seine E-Mails auf dem Hotmail-Account anzeigen lassen können. Dieser Dienst war zum Start von MSN Schweiz einfach noch nicht fertig, sagte Nienhuis.
    Noch raffinierter wird die Sache in der ferneren Zukunft, wenn personalisierte Informationen von externen Dienstleistern, z.B. Banken, eingebaut werden.
    Dass msn.ch noch sehr neu ist, sieht man auch am Google-Ranking (Bild oben). Dieses liegt nämlich noch bei 0 (Null), was einem "völlig bedeutungslos" entspricht. (Christoph Hugenschmidt)

    Loading

    Mehr zum Thema

    image

    Cybersecurity bei EY

    Mit dem Cybersecurity Team unterstützen wir bei EY unsere Kundinnen und Kunden bei der Risikominimierung von Cyberangriffen.

    image

    Es wird nichts mit der Deloitte-Lösung Rialto für die Baselstädtische Polizei

    Nun hat's auch die Einführung eines neuen Systems bei der Kapo Basel-Stadt getroffen. Weil keine Offerte kam, muss neu evaluiert werden. Möglicher Verlust: 1,8 Millionen.

    publiziert am 5.10.2022
    image

    Swift schlägt zentrales Gateway für digitale Landeswährungen vor

    Digitale Landeswährungen sind weltweit ein Thema für Zentralbanken. Swift glaubt, dass man sie relativ einfach über einen zentralen Hub vernetzen könnte.

    publiziert am 5.10.2022
    image

    Ein Nachruf: Daniel Hürlimann ist tot

    Daniel Hürlimann wurde Ende letzten Jahres zum ersten Professor für Rechtsinformatik der Schweiz ernannt. Ende September ist er 37-jährig verstorben.

    publiziert am 5.10.2022