Schweiz: Viele Elektrizitätswerke fürchten Cyber-Angriffe

24. Juli 2017, 08:33
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Rund zwei Drittel der Schweizer Elektrizitätswerke befürchten Stromausfälle als Folge von Cyber-Attacken.

Rund zwei Drittel der Schweizer Elektrizitätswerke befürchten Stromausfälle als Folge von Cyber-Attacken. Dieses Fazit zieht eine Studie der Beratungsfirma EY. Cyber-Kriminalität sei für Energieunternehmen inzwischen ein ähnlich grosses Risiko wie Naturkatastrophen oder Brände, liess sich Alessandro Miolo, EY-Verantwortlicher für den Energiesektor, in der Mitteilung zitieren.
Die Betreiber der Werke sehen deshalb Handlungsbedarf. Um ihre Netze besser zu schützen, wollen 45 Prozent der befragten Firmen einen IT-Sicherheitsbeauftragten einsetzen oder haben das bereits getan. Weitere 44 Prozent haben ein Managementsystem für die Informationssicherheit eingeführt oder denken darüber nach.
Eine Security-Zertifizierung nach DIN ISO/IEC 27001 halten aber 57 Prozent für irrelevant oder sie ist ihnen unbekannt.
Neben Security verbinden die Befragten insbesondere automatisierte Netzsteuerung, Smart Metering und Smart Grids mit der Digitalisierung ihrer Betriebe. Big Data im Netzbereich oder die Devices von Aussendienst-Mitarbeitern interessieren nur eine Minderheit.
Doch diese Reaktionen auf die Digitalisierung dürfte nicht ausreichen - die Schweizer Energieversorger hinken laut der Studie technologisch hinterher. Laut dem EY-Experten seien die Verteilnetze und das IT-System oft nicht auf dem neuesten Stand. Die Betreiber müssen nachrüsten, und das nicht nur im Hinblick auf die Sicherheit.
Stringente Strategie fehlt
Mit der Energiewende und der Digitalisierung der Verteilnetze stünden die Energieunternehmungen vor einer grundlegenden Transformation, schreibt die Zürcher Beratungsfirma. Es benötige insbesondere intelligente Netze und Smart Meter, um den aus erneuerbaren Energien erzeugten Strom in das Gesamtsystem zu integrieren.
Die Unternehmen würden aber bisher keine konsistenten Strategien verfolgen, um ihre Netze zu modernisieren und zu digitalisieren. Der Umbau erfolge vielmehr regional und weniger nach strategischen Gesichtspunkten.
Es brauche dringend ein stringentes Konzept, so die Berater.
Dennoch betrachten zwei Drittel der befragten Firmen die Digitalisierung als eine Chance. Lediglich zehn Prozent halten die neuen technologischen Möglichkeiten für eine Bedrohung.
Befragt wurden 82 Schweizer Elektrizitätswerke und Energieversorger. (sda / mag)

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