Schweiz vs. EU: Telekommärkte im Vergleich

19. Juli 2006, 15:07
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Die Preise für Festnetz-Anschlüsse und Breitband-Internet sind in der Schweiz immer noch sehr hoch. Die Schweiz braucht sich im EU-Vergleich trotzdem nicht zu schämen.

Die Preise für Festnetz-Anschlüsse und Breitband-Internet sind in der Schweiz immer noch sehr hoch. Die Schweiz braucht sich im EU-Vergleich trotzdem nicht zu schämen.
Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) hat heute in Biel unter anderem über die Situation des Telekommunikationsmarktes in der Schweiz informiert. Der Stellvertretende Direktor Peter Fischer gab sich zufrieden mit der Entwicklung der vergangenen Jahre. Er stellte einen Bericht der EU zum Telekomsektor vor. Das BAKOM hat darauf basierend einen Vergleich zum Telekommarkt Schweiz erstellt. Verglichen wurden die Bereiche Festnetztelefonie, Mobilfunk und Breitband-Internet.
Markt entwickelt sich gut
Der "historische" Telekom-Anbieter der Schweiz, Swisscom, hatte 2003 beim Festnetz einen Marktanteil von 61,1 Prozent. Dies stuft das BAKOM als positiv ein, da die Konkurrenten innert fünf Jahren einen Marktanteil von fast 40 Prozent erobert hätten. Allerdings machten nur drei Telcos 90 Prozent des Festnetz-Marktes aus. 2004 ist der Festnetzmarkt auf mehr Anbieter verteilt. Die Marktöffnung in der Schweiz entsprach damals mit 60 Prozent den Niveaus von Dänemark (61 Prozent) und Belgien (63 Prozent). Die Kosten für Festnetztelefonie haben sich in den vergangenen Jahren dem EU-Niveau angepasst. Einzig die Anschlusspreise sind im Vergleich höher.
Die Preise im Mobilfunkmarkt sanken vor allem in den vergangenen Monaten sehr stark. Fischer führt dies auf die Aktionen der verschiedenen Anbieter wie Coop oder Migros zurück. Aber auch auf die Angebote von Tele2 in gewissen Agglomerationen. Zudem hätten die Interventionen der Wettbewerbskommission (Weko) ebenfalls die Preispolitik der verschiedenen Anbieter verändert. Im EU-Vergleich sind Schweizer Mobilfunk-Angebote eher günstiger.
Die Swisscom hat hier als ehemaliger Monopolist noch nicht so viele Marktanteile an Konkurrenten abgeben müssen wie die Ex-Monopolisten der EU. Alle Schweizer Telcos bieten aber im EU-Vergleich immer noch sehr hohe Terminierungspreise an (Anrufe auf fremde Netze). Im Moment laufen laut Fischer beim BAKOM sieben Verfahren, die alle Anbieter betreffen. Entscheide fällt in diesem Bereich die Kommunikationskommission (ComCom).
Gute Breitband-Abdeckung
Breitband-Internet ist in der Schweiz ausserordentlich gut verbreitet. Über 50 Prozent der Schweizer Haushalte haben einen Breitband-Anschluss. Dabei ist ADSL mit einem Anteil von 64 Prozent klar besser verbreitet als Internet per Kabelanschluss, obwohl Kabelnetzbetreiber die ersten waren, die in der Schweiz Breitband-Internet angeboten haben. Dies ist laut Fischer auf die gute Infrastruktur von Swisscom als Wholesale-Anbieter zurückzuführen aber auch auf die guten Wiederverkaufsangebote der Provider.
Von allen ADSL-Anbietern ist Bluewin mit einem Anteil von zwei Dritteln führend. Im EU-Vergleich sind die Preise für Breitband-Internet in der Schweiz etwas über dem Durchschnitt. Besser sieht es aus, wenn man die Einsteigerangebote vergleicht. Hier gehört die Schweiz zum günstigeren Drittel. (Maurizio Minetti)

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