Schweizer Armee verdreifacht Zahl ihrer Cyber-Soldaten beinahe

11. Dezember 2020, 10:04
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Anfang 2022 werden ein Cyber-Bataillon und ein -Fachstab etabliert. Der IT-Dienstleister FUB wird in ein Kommando Cyber weiterentwickelt.

Die Schweizer Armee soll mit einer Reihe von Massnahmen ihre Kompetenzen in neuen Technologien bewahren. Der Bundesrat hat einen entsprechenden Bericht verabschiedet. Als Massnahmen nannte er etwa ein Cyber-Bataillon sowie längere Dienstzeiten für Fachleute.
Technologien seien wesentliche Treiber bei der Ausgestaltung moderner Armeen und unabdingbar für erfolgreich geführte Einsätze, hiess es in dem Bericht "Armee - Sicherstellung der Kompetenzen im Bereich der neuen Technologien". Militärische Systeme müssten aber auch für eine Milizarmee beherrschbar bleiben. Die Armee sei auf technisch-wissenschaftliche Kompetenzen angewiesen.
Die Armee setzt dabei vor allem auf Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie auf Partnerschaften mit Hochschulen und der Industrie für Forschung und Entwicklung. Die ICT Warrior Academy wird ausgebaut und soll künftig Themen wie Design Thinking, IT-Service-Management, Software-Engineering oder Cyber Security anbieten.
Der Bund will dem Bericht zufolge beispielsweise auf Anfang 2022 ein Cyber-Bataillon und einen Cyber-Fachstab bilden. Damit soll sich der Bestand im Miliz-Bereich von gegenwärtig rund 200 auf 575 Angehörige der Armee erhöhen.
Neben der Erhöhung der Milizbestände sieht der Aktionsplan Cyber-Defence des Verteidigungsdepartements vor, die Personalbestände im Cyber-Bereich beim Berufspersonal in den kommenden Jahren um rund die Hälfte zu erhöhen.
Die Führungsunterstützungsbasis (FUB), der IT-Dienstleister der Armee, wird ab 2024 in ein Kommando Cyber weiterentwickelt. Um den künftigen Anforderungen besser gerecht zu werden, soll die FUB von einer Unterstützungsorganisation in ein einsatzorientiertes, militärisches Kommando transformiert werden, heisst es im Bericht. Die Zuständigkeiten umfassen Lagebild, Cyberabwehr, IKT-Leistungen, Führungsunterstützung, Kryptologie und elektronische Kriegführung.
Weiter setzt die Armee auf Beförderungen, mit denen sich die maximal zu leistende Anzahl der Diensttage der Fachleute verlängert. Mit einer geplanten Revision des Militärgesetzes strebt der Bundesrat für Durchdiener eine Verlängerung der maximalen Einsatzdauer von 280 auf 300 Ausbildungsdiensttage an.
Damit das Spezialwissen von Angehörigen der Armee länger genutzt werden kann, will der Bund auch die teilweise Anrechenbarkeit von Master- oder Doktorarbeiten prüfen. Dies wird bereits bei Ärzten, Zahnärzten und Apothekern umgesetzt, wie aus dem Bericht zum Postulat von Marcel Dobler (FDP/SG) von 2017 weiter hervorgeht.

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