Schweizer Banken-IT-Markt kommt ins Stocken

7. November 2008, 15:40
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Ausgaben für Informatik sollen im kommenden Jahr nur um 2 Prozent wachsen. Investitionen, die nicht unbedingt notwendig sind, werden zurückgestellt. Weiterhin investiert wird aber in Risiko-Management, Kundenbindungsmassnahmen und Kernbankensysteme.

Ausgaben für Informatik sollen im kommenden Jahr nur um 2 Prozent wachsen. Investitionen, die nicht unbedingt notwendig sind, werden zurückgestellt. Weiterhin investiert wird aber in Risiko-Management, Kundenbindungs-Massnahmen und Kernbankensysteme.
Das Marktforschungs- und Beratungshaus Pierre Audoin Consultants (PAC) hat im Oktober zwei neue "SpotLIGHT"-Studien zu den IT-Ausgaben im Schweizer Banken- sowie Versicherungssektor veröffentlicht. PAC untersucht die Informatikausgaben der beiden Branchen in der Schweiz seit drei Jahren und veröffentlicht alljährlich ein Update.
Externe Projekte werden auf Eis gelegt
Wie PAC-Sprecherin Julia Reichhart auf Anfrage sagt, geht PAC für das laufende Jahr von IT-Ausgaben von 5,6 Milliarden Franken in der Finanzbranche aus. Berücksichtigt werden sämtliche Ausgaben für Informatik: intern, extern, Personal, Hardware, Software. 2009 sollen diese Ausgaben um 2,2 Prozent wachsen. Noch Anfang September - vor der Verschärfung der Finanzkrise - war PAC von einem Wachstum von 3,7 Prozent ausgegangen. Die IT-Ausgaben der Schweizer Assekuranz beziffert PAC für 2008 auf 2,95 Milliarden Franken. Eine Prognose für 2009 gibt es für die Versicherungsbranche zurzeit noch nicht.
PAC geht trotz der Senkung der Prognose für die Finanzbranche davon aus, dass IT-Investitionen weiterhin "gross geschrieben werden", allerdings bremse die Finanzkrise die Geschwindigkeit, mit der IT-Ausgaben getätigt werden. Die Wachstumsdynamik reduziere sich insbesondere im externen Projektgeschäft, "da vor allem die grossen Banken IT-Projekte vorübergehend auf Eis legen", so PAC. Die Schweiz sei jedoch vom Rückgang der IT-Ausgaben im Finanzsektor deutlich weniger betroffen als andere europäische Länder.
Erneuerung von Kernbankensoftware
Laut PAC werden grundsätzlich Ausgaben, die "nicht unbedingt notwendig sind", zurückgestellt. Weiterhin wichtig bleiben etwa Investitionen in das Risiko- und Performance-Management. Zudem seien in der Schweiz immer noch viele Finanzinstitute dabei, ihre Kernbankensysteme zu modernisieren. So wachsen die beiden Standardsoftware-Anbieter Avaloq und Finnova im zweistelligen Bereich. Vor allem kleinere und mittelgrosse Banken (wie etwa RBA) sowie Privatbanken werden in den kommenden Monaten ihre Systeme modernisieren.
Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation geht PAC davon aus, dass Massnahmen zugunsten der Kundenbindung fortgesetzt werden. Viele Kunden sähen sich durch die Krise an den Finanzmärkten verunsichert, und die Bereitschaft zum Wechsel sei hoch. Die Chancen für IT-Anbieter im Schweizer Bankensektor seien letztlich trotz der Einschränkungen durch die Finanzkrise vielfältig, urteilt das Unternehmen. (Maurizio Minetti)

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