Schweizer Banken-IT unter der Lupe

19. Juli 2010, 13:14
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Avaloq, Finnova und Comit dominieren den Markt.

Avaloq, Finnova und Comit dominieren den Markt.
Active Sourcing hat das "Handout Swiss Banking 2010" fertiggestellt. Der seit 2004 erscheinende Report des Zürcher Beratungs-unternehmens gibt Auskunft über die Schweizer Banken-IT-Landschaft, insbesondere was die Kernbanken-lösungen und die Sourcing-Entscheidungen betrifft. Die Datengrundlage basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen und wurde ergänzt mit Interviews mit Anbietern und Banken.
Marktanteil nach User...
Wie schon die Ausgabe 2009 gezeigt hat, ist es nicht ganz einfach, zu eruieren, welcher Kernbankensoftware-Hersteller in der Schweiz marktführend ist. Die grösste Aussagekraft dürfte die Auswertung nach Anzahl der Nutzer haben (siehe Grafik). So gesehen bleibt Avaloq mit einem Anteil von 41 Prozent Marktführer und verliert im Vergleich zum Vorjahr nur einen Prozentpunkt. Konkurrent Finnova weist in dieser Ansicht 13 Prozent Marktanteil auf und liegt damit noch hinter den Banken mit Eigenlösungen (16%). 2009 kam Finnova noch auf einen Marktanteil nach Nutzern von 18 Prozent.
In der Gewichtung nach Personalbestand kann Finnova lediglich bei den Banken mit weniger als 500 Mitarbeitenden die Spitzenposition einnehmen (29%). Doch auch hier war Finnova im Vorjahr mit einem Marktanteil von 40 Prozent dominanter.
...und nach Anzahl Banken
Nach Anzahl Banken ist Finnova hingegen nach wie vor Marktführer, allerdings nur noch mit 32 Prozent. 2009 führte Finnova den Markt noch mit 43 Prozent an. Die Prozentzahlen sind allerdings mit Vorsicht zu geniessen, weil Active Sourcing dieses Mal bedeutend mehr Banken untersucht hat. So oder so ist Finnova nach Anzahl Banken klar in der Leaderposition: Avaloq kommt hier auf einen Marktanteil von lediglich 17 Prozent. Apsys kommt auf 15 Prozent.
Comit bedeutendster Banken-Dienstleister
Active Sourcing analysiert auch Sourcing-Trends in der Bankenwelt. Insgesamt 21 von 24 Kantonalbanken setzen laut dem Branchenreport weiterhin auf IT-Outsourcing. Dabei verfolgen zwölf Banken eine Dual-Sourcing-Strategie, während acht Kantonalbanken ihre IT einem einzigen IT-Dienstleister anvertrauen. Die steigende Beliebtheit von Dual-Sourcing sei vor allem auf die höhere Flexibilität und das Vermeiden von Abhängigkeiten zurück zu führen, urteilt Active Sourcing. Aber auch die Verteilung von Know-how auf mehrere Partner sowie die klare Abgrenzung zwischen Rechenzentrum-Services und Application Management spielten hier eine Rolle.
Comit, der Banken-Dienstleister der Swisscom-Gruppe, gewann in den letzten Monaten einige der wichtigsten Banken-Deals und gilt somit als führend. Doch seit Jahresbeginn sehe sich Comit mit "ambitionierter Konkurrenz" konfrontiert, schreibt Active Sourcing in der Mitteilung und meint damit unter anderem HP (obwohl der IT-Riese nach dem Deal mit RTC noch keine Kunden gewonnen hat).
Hingewiesen wird auch auf den im März bekannt gewordenen Deal der Säntis-Banken mit dem Dietiker IT-Dienstleister Econis. Die fünf Kantonalbanken aus Appenzell, Glarus, Nidwalden, Obwalden und Uri werden den Vertrag mit Swisscom IT Services nicht erneuern. Dennoch ist Comit mit einem Marktanteil von 59 Prozent unangefochtener Marktführer: Sowohl bei den Banken mit mehr als 500 Mitarbeitenden (40%) als auch bei den eher kleineren Banken (64%) nimmt Comit die Spitzenposition ein. (Maurizio Minetti)

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