Schweizer Banken zögern bei Tech-Innovationen

22. Oktober 2014, 10:44
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Viele Banken erkennen das Potenzial technischer Innovationen wie Personal Finance Management, doch die meisten Retailbanken unternehmen nichts.

Viele Banken erkennen das Potenzial technischer Innovationen wie Personal Finance Management, doch die meisten Retailbanken unternehmen nichts.
In den letzten Jahren haben viele junge Player den internationalen Finanzmarkt aufgemischt. Startups wie iZettle, Sumup, aber auch Internet-Konzerne wie Google, Amazon und jüngst auch Apple mit Apple Pay haben den Banken gezeigt, dass Finanzdienstleistungen nicht unbedingt nur von Banken angeboten werden müssen. Auf der anderen Seite investieren viele Banken in digitale Innovationen, in der Schweiz sind die UBS diesbezüglich führend. Schaut man sich aber etwas mehr um, zeigt sich, dass Innovationen im Retail Banking noch rar sind.
Personal Finance Management ist wichtig
Eine Studie, die Swisscom in Zusammenarbeit mit dem Business Engineering Institute (BEI) St. Gallen und dem Competence Center Sourcing in der Finanzindustrie der Universitäten St. Gallen und Leipzig durchgeführt hat, kommt zum Schluss, dass Banken die technologische Zukunft den aufstrebenden neuen Konkurrenten überlassen - zumindest gegenwärtig.
Befragt wurden 22 Führungskräfte, die zwischen Business und Digitalisierung angesiedelt sind. An der Umfrage haben neun Kantonalbanken, vier Schweizer Retail- beziehungsweise Grossbanken sowie neun ausländische Banken teilgenommen. Insgesamt 50 technologische Innovationen wurden beleuchtet. In den meisten Fällen erkennen die Finanzinstitute die Relevanz, sie unternehmen aber kaum etwas.
Wie die Grafik zeigt, geniesst das Thema "Digitale Assistenz" die grösste Relevanz. Das ist auch so, wenn man nur Schweizer Antworten berücksichtigt. Darunter befinden sich vor allem Angebote wie Personal Finance Management (PFM), aber auch Innovationen wie videobasierte Interaktion, chatbasierte Lösungen oder Online-Terminvereinbarung. Der Umsetzungsgrad ist über alle Bereiche hinweg sehr tief.
Wenig umgesetzt
Drei Technologien haben laut der Befragung am meisten Potenzial: Mobile Geräte, Big Data und Analysetools sowie Apps. 67 Prozent der befragten Banken sehen radikale Transformationen durch Dienstleistungen für mobile Endgeräte - dazu zählt zum Beispiel Apple Pay. Dienste zur sicheren Datenaufbewahrung, digitale Marktplätze oder Banking App Stores halten die Banken für weniger relevant. Effektiv umgesetzt sind durchschnittlich weniger als 20 Prozent der digitalen Innovationen.
78 Prozent der befragten Banken beschäftigen sich auf strategischer Ebene mit den Auswirkungen digitaler Technologien auf ihr Geschäftsmodell. Nur 28 Prozent der Institute verfügen jedoch über eine Entscheidungskultur, die das Experimentieren im Kontext digitaler Innovationen fördert. Auch auf Systemebene sind die Banken noch relativ wenig bereit, die Digitalisierungslücke zu schliessen.
Swisscom-Vertreter sagten heute im Rahmen der Präsentation der Studie in Zürich, man wolle den Banken helfen, technologische Innovationen umzusetzen. Etwa mit Hilfe von industrialisierten Backoffice-Dienstleistungen, die Swisscom seit geraumer Zeit anbietet auch um Banken-Innovationen gekümmert, doch das Thema, das gemäss der vorliegenden Studie weit vorne rangiert - eben PFM - hat Swisscom bislang vernachlässigt. In diesen Bereich wolle man durchaus investieren, hiess es.
Die Studie "Innovationen im Retail Banking" kann hier. (mim)

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