Schweizer Behörden und Switch: Grossaktion gegen lusche Webshops

28. August 2017, 13:03
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Gerade wurden 4500 .ch-Domains, auf denen betrügerische Webshops liefen, von Switch gelöscht.

Gerade wurden 4500 .ch-Domains, auf denen betrügerische Webshops liefen, von Switch gelöscht.
Betrügerische Online-Angebote hätten im Jahr 2017 stark zugenommen, sagt Switch, der Verwalter der .ch-Adressen. Gemeint sind damit Online-Shops, die entweder nur aufgesetzt wurden, um an Kreditkarteninformationen der Kunden heranzukommen, oder solche, die Fälschungen oder Waren liefern, die nicht der Bestellung entsprechen. Internetnutzer sollten sich darum in Acht nehmen, insbesondere wenn in Shops verdächtig günstige "Schnäppchen" angeboten werden.
Letztes Jahr wurden laut Switch auf Verlangen von Behörden rund 700 Web-Adressen von Online-Shops mit einer .ch-Endung gelöscht. Dieses Jahr seien es bereits 5000. Wobei 4500 davon in einer konzentrierten Aktion in den letzten Tagen dazugekommen sind.
Für die Löschung einer Domain mit potentiell rechtswidrigen Inhalten gibt es einen feststehenden Prozess zwischen Schweizer Behörden wie Fedpol, MELANI, Comlot, ESBK, SECO oder Swissmedic auf der einen und Switch auf der anderen Seite. Wenn eine dieser Behörden, sei es durch eigenen Recherchen oder Hinweise von dritter Seite auf eine solche .ch-Website stösst, versucht sie mit dem Halter des Domain-Namens Kontakt aufzunehmen. Dazu benötigt sie eine Schweizer Kontaktadresse. Hat der Domain-Namen-Halter in der Datenbank von Switch eine falsche oder eine ausländische Adresse eingetragen, benachrichtigt die Behörde Switch. Die Stiftung wiederum fordert den Halter auf, innert 30 Tagen eine gültige Adresse in der Schweiz anzugeben. Verstreicht diese Frist ungenutzt, löscht Switch den Domain-Namen. Dieses Vorgehen basiert auf der Verordnung über Internet Domains (VID) des Bundes.
Wie uns Roland Eugster, Manager Marketing & PR bei Switch, erklärte, wurden die rund 4500 Aufforderungen, eine gültige Adresse anzugeben, am 25. Juli 2017 verschickt. Und genau 30 Tage später wurden alle betroffenen Domains gelöscht – bis auf eine. Denn ein einziger Domainbesitzer habe sich gemeldet und das Problem auf seiner Website umgehend behoben.
Laut Eugster gab es zwei Gründe dafür, dass man so viele Domains auf einmal aufs Korn nahm. Einerseits seien die Meldungen der Behörden an Switch sowie die Benachrichtigung der Domain-Halter erst kürzlich automatisiert worden. Früher lief dieser Prozess noch manuell, und man hätte gar nicht so viele Sites bewältigen können. Und zweitens, so Eugster habe man den Betrügern "richtig weh tun" wollen. Wenn eine Domain gelöscht wird, wird sie nach 40 Tagen zur Neuregistrierung freigegeben. Wenn die Betrüger statt nur einzelner Domains sehr viele auf einmal neu registrieren müssen, so die Hoffnung, dürfte ihnen dies viel Aufwand verursachen und auch einiges kosten.
Die von den Betrügern benützten .ch-Domains sind übrigens gemäss Eugster durchwegs sogenannte "Second-Hand-Domains". Das bedeutet, dass sie früher von anderen Haltern bereits benützt wurde. Der Hauptgrund für die Benützung solcher "gebrauchter" Domainnamen sei das bessere Google-Ranking. (Hans Jörg Maron)

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