Schweizer BIZ kritisiert Kryptowährungen in Grund und Boden

19. Juni 2018, 15:34
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Bitcoin-Miner verbrauchten etwa so viel Strom wie die ganze Schweiz, während die Instabilität von Kryptowährungen im Handumdrehen zu einem vollständigen Wertverlust führen könnte.

Bitcoin-Miner verbrauchten etwa so viel Strom wie die ganze Schweiz, während die Instabilität von Kryptowährungen im Handumdrehen zu einem vollständigen Wertverlust führen könnte. Dies schreibt die in Basel ansässige Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in einem Bericht zu Bitcoin und Co.
Kryptowährungen sind laut BIZ nicht als Zahlungsmittel geeignet
In einem vernichtenden 24-seitigen Artikel, der als Teil des jährlichen Wirtschaftsberichts veröffentlicht wurde, gibt die BIZ an, dass Bitcoin und andere Krypto-Währungen unter "einer Reihe von Mängeln" litten. Diese würden verhindern, dass sie jemals alle Erwartungen erfüllen könnten.
Laut der Analyse ist gerade die dezentralisierte Natur von Kryptowährungen als ein fundamentaler Fehler und nicht als eine Stärke anzusehen. Die Geschichte habe gezeigt, dass die institutionelle Absicherung und die Kontrolle der Zufuhr von Geld wichtig seien, so die BIZ. Kryptowährungen seien zu instabil, zu leicht zu manipulieren und ausserdem verbrauchten sie zu viel Strom, um in der Weltwirtschaft als echtes Zahlungsmittel dienen zu können.
Mit dem VISA-System würden über 3500 Transaktionen in der Sekunde abgewickelt, Bitcoin komme gerade mal auf deren 3,3. Zudem seien die Kosten für die Abwicklung ungemein höher. Die Kryptowährungen liessen sich nicht genügen skalieren, um als Zahlungssystem eine relevante Rolle zu spielen.
In der Analyse errechnete die BIZ, wie viel Datenvolumen benötigen würden, um die derzeit von nationalen Zahlungssystemen gehandhabten Einzelhandelstransaktionen zu verarbeiten. "Die damit verbundenen Kommunikationsvolumen könnten das Internet zum Erliegen bringen", heisst es im Bericht.
BIZ sieht wenige Vorteile der Blockchain… wenn überhaupt
Die BIZ schreibt aber auch, dass die Blockchain dem globalen Finanzsystem in einigen Bereichen Vorteile gebracht hätte. Beispielsweise könne sie den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr effizienter gestalten oder administrative Prozesse vereinfachen. Ob hier aber eine Blockchain-basierte Lösung die effizienteste sei, müsse sich erst noch weisen.
In Bezug auf Kryptowährungen sind die Experten allerdings deutlich: "Aufgrund der Fragilität des dezentralisierten Konsenses, durch den Transaktionen erfasst werden, kann das Vertrauen jederzeit verschwinden. Dies stellt nicht nur die Endgültigkeit einzelner Zahlungen infrage, sondern bedeutet auch, dass eine Kryptowährung einfach aufhören kann zu funktionieren, was zu einem vollständigen Wertverlust führen würde", heisst es im Bericht abschliessend.
Ganz überraschend kommt die Einschätzung der BIZ, eine internationale Organisation bestehend aus 60 Zentralbanken, nicht. Generaldirektor Agustin Carstens erklärte schon im Februar, Bitcoin sei eine "Kombination aus Spekulationsblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe". (pte/ts)

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